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Es werden Posts vom August, 2014 angezeigt.

Die Hafenschenke unten an der Geeste

Wenn von den Beegees das Lied "Massachusetts"
erklingt,
erinnere ich mich manchmal an meine Jugend
dann bin ich wieder in der Hafenschenke
unten an der Geeste
wo die Marinesoldaten verkehrten
das war 1967
und ich ging in die Lehre
abends konnte man dort Musik hören
Bier trinken, Leute kennenlernen
oder tanzen
mit einer netten Deern flirten
die Kneipe war ein langer Schlauch
der nach hinten durch lief
und fast am Ende war die Tanzfläche
und rundherum die Kabinen
oder Sitzmöglichkeiten
und an der Kabinenwand rechts
hing eine Art Musikbox
wo man sich Musik bestellen konnte
für Geld
dort habe ich Erna kennengelernt
und mit ihr getanzt
und geschwooft
und mich verliebt

Schubarth und das Kätzchen

Alle paar Wochen landete er in der Psychiatrie weil es ihm nicht gut ging ändern wollte er nichts schließlich regten die Ärzte eine Betreuung an man wusste nicht, wie seine Wohnung aussah, dass es Beschwerde im Haus gab über seine lauten und alkoholisierten Besucher wenn ich ins Krankenhaus kam, war Schubarth schon weg einmal dann klappte es doch mit einem Gespräch in der Psychiatrie Schubert hatte erhebliche Sehprobleme hatte Gangprobleme und die Oberärztin sprach ein Machtwort ich tutete in das gleiche Horn Schubarth gab sich geschlagen war irgendwie einverstanden mit einer Heimunterbringung ganzweitdraußen trocken und ohne Alkohol als ich seine Wohnung besuchte, bekam ich einen Anfall, es stank erbärmlich nach Katzenscheiße und irgendwo hinterm Bett hörte ich eine kleine Mietzekatze mautzen da war Schubarth schon eine gute Woche

Popken und andere

Irgendwie verliefen die Karrieren
der Alkoholiker alle ähnlich
wenn ich an Popken denke,
den ich zum ersten Mal in der Schillerstraße besuchte
da oben im 1. Stock in seiner versifften Wohnung
es stank nach Urin und verstaubten Teppichen
schließlich brachte ich ihn in einer Wohnung
in einem der gewöhnlich verdächtigen Häuser
in der Weserstraße unter
Bedingung: Hauspflege
sonst ab ins Heim
leicht dahin geredet
später besuchte ich ihn mit Hauspflegerin
dreißig Flaschen Bier auf und unter dem Tisch
er hörte Heizungsgeräusche, die es nicht gab
er beklaute die Hauspflegerin
und er verwahrloste
Einweisung in die Psychiatrie
und von dort mit ärztlichem Machtwort
in ein Altenheim, das viele Korsakow-Patienten pflegte
dort sah ich dann nur im Bett liegen
auf den Fernseher stieren
oder sich der Zusammenarbeit mit den Pflegerinnen verweigern
er wollte alleine sein
später ging er am Rollator
erkannte mich kaum
stürzte immer wieder
wurde immer apathischer
trank viel zu wenig
saß das letzte Mal ganz schlecht ansprechbar
im Rolls…

Die Sonntagszeitung

Hornbach
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Werbeprospekte und Beilagen das "Sonntagsjournal" war so dick, das es nicht mehr in den Briefkasten passte Lohnte sich das Lesen der Sonntagszeitung? ich habe einen Buchtip gefunden Antony Beevor: Der Zweite Weltkrieg, 976 Seiten C. Bertelsmann, 39.90€

An diesem grauen Morgen

An diesem grauen Morgen war irgendwas anders die Alte spürte es sie hatte keine Pläne sie wusste nicht was sie wollte und was ihr gut tun würde ihre Gedanken gingen wenig spazieren und dabei ging es ihr merkwürdigerweise gut sie genoss es wenig zu wollen fast nichts zu wollen sich überraschen zu lassen von diesem grauen, regnerischen Tag und ihr Atem ging ihr Atem ging ein und aus und sie war fast ihr Atem oder auch nicht als Jan kam setzten sie sich an den Frühstückstisch und  tranken zusammen Kaffee sie wusste nicht was der nächste Augenblick bringen würde sie genoss es einfach da zu sein mit ihren Gedanken ganz einfach da und ihr Leben und den Augenblick zu genießen einen Augenschlag lang oder länger

Die Alte

Irgendwie war der Morgen meist schrecklich wenn die Alte aufstand und sie nicht nur müde war, sondern ihr die Knochen weh taten hier zwickte es und dort zwackte es die Gedanken war unsortiert im Gestern und im heute Mittag sie wollten Kontrolle die alte Krüger sah aus dem Fenster ach, bevölkter Himmel und es roch nach Regen das fing ja gut an heute hatten sie und ihr Jan nichts vor mittags wollten sie Verwandte besuchen die Alte braucht einen Kaffee dann hörte sie aus dem Radio ein Lied “Upside down” von Diana Ross und sie fing an zu tanzen sie musste schmunzeln irgendwo war  auch ihr Atem, das konzentrieren fiel ihr schwer wie alles an diesem Morgen alles ging so langsam so schrecklich langsam als sie Jan wecken ging gab es eine Überraschung mit der sie nicht gerechnet hatte

Poem 131- Manchmal werfen sie Bomben

Pass auf wohin sie gehen! Pass auf was sie tun und planen! Beobachte sie! manchmal sind sie wie süchtige Alkoholiker manchmal wie Kriminelle manchmal sind sie wie Einbrecher und Diebe manchmal wie ungezogene Kinder manchmal sind sie wie Tobsüchtige und manchmal gehen sie verbotene Wege manchmal werfen sie Bomben und manchmal sind sie rachsüchtig und böse beobachte deine Gedanken ihnen folgen deine Taten.

Die Leiden der alten Krüger

schwer hörige Ohren, trockene Augen verstopfte Nebenhöhlen verspannter Nacken verschleimte Bronchien schmerzende Hände Übergewicht trockene Gesichtshaut, Füße und Hände Kreuzschmerzen Blähungen empfindlicher Schlaf
empfindliche Blase Wortfindungsprobleme
Vergesslichkeit wenn Frau Krüger morgens aufstand, 
wusste sie, dass sie eine alte Frau war.
aber sie gab nicht auf
sie trank ihren Kaffee
und konzentrierte sich auf ihren Atem
später machte sie ihren Sport
sie freute sich an der Musik
von Supertramp, den Beegees und Genesis
mit dem Alter nahmen ihre Gebrechen zu
aber sie wusste das Leben auch mehr zu schätzen
zu genießen und anzunehmen
sie hatte Zeit wie eine Kaiserin

Tschakka, Tschakka!

An diesem Morgen stand der graue Elefant hinter dem Haus der graue, alte, rissige Elefant mit seinen gutmütigen Augen schien er zu lächeln dann legte er seinen Rüssel über die Balkonbrüstung so dass Emily ihn streicheln konnte Äste, Gras und Wurzeln konnte sie ihm nicht bieten aber sie fand noch Gemüse in der Küche Brot und Obst der Mund seines Rüssels fühlte sich weich und gleichzeitig rauh an Emily sah ihm in die Augen und sie fragte sich, wo er wohl ausbüxt war er wiegte sich leise hin und her als wollte er sagen: frag mich nicht Emily mochte Elefanten sie fand ihn klug und weise sie stand da in ihrem blau geblümten weißen Kleid zart gebaut, ängstlich und schüchtern sie stand da und rief auf einmal ganz spontan: tschakka, tschakka!! sie klatschte in die Hände und Tschakka, der alte Elefant setzte sie sehr behutsam mit dem Rüssel

Die Russen wollen keinen Krieg

Russland hat nie einen Krieg erklärt Russland führt aber einen Krieg gegen die Ukraine dieser unerklärte Krieg erst sickern Freischärler durch die Grenze erst leichte Waffen und Menschen dann Panzer und schweres Gerät die Russen wollen kein Krieg 95% der Russen wollen keinen Krieg Russland sei zu schwach um gegen die ganze Welt zu kämpfen meinte ein russischer General Putin bleibt weiter auf Konfrontationskurs was hat er vor? zur Zeit strickt er an einem neuen Kalten Krieg
oder hat er gar keine Strategie
und taktiert so vor sich hin?


Poem 130

das Leben ist gar nicht schwer nur so schwer wie man es sich macht und so schwer wie das Leben einem die Lasten auflegt die Lektionen und die Aufgaben das Leben kann ganz leicht sein federleicht aber das Leben kann schwer sein wie Fahrrad fahren den Berg hoch wie ein ständiger Kampf wie ein Tag, der jeden Tag neu beginnt mit der Aufgabe zu kämpfen und zu gewinnen das Leben ist Kampf das Leben ist Kampf und das atmen nicht vergessen vor lauter kämpfen und siegen und das atmen nicht vergessen vor lauter Krampf und das atmen nicht vergessen weil ohne atmen geht gar nichts der Atem ist der Anfang und so kommt das Denken in die richtige Spur an die Leine

In der Apotheke kannte man ihn gut

Er hatte es schon begriffen ziemlich schnell nun musste er sein Leben selbst in die Hand nehmen aber anders als vorher es lag an ihm was an diesem Tag passierte merkwürdigerweise gab es immer was zu tun merkwürdigerweise nicht nur der Hausputz und der Gang zur Apotheke oder zum Hausarzt er hatte sich zu bewegen er wollte fit bleiben und nicht so schnell zum alten Eisen gehören er gehörte schon zum alten Eisen Spaziergänge, Fahrradtouren hin und wieder mal die Mutter im Heim besuchen wenn er morgens aufstand, tat es ihm hier und da weh das Alter und die Krankheiten dagegen half nur Bewegung und die Zahl seiner Medikamente nahm zu in der Apotheke kannte man ihn nun gut zu gut