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Es werden Posts vom Februar, 2015 angezeigt.

1455 mit Allan in Wladiwostok

Es war einmal 
ein Cafe in Wladiwostok
das "Kofetoriya" in der Svetlanskaya ul. 61
mit seinen braun gestreiften Außenjalousien
unten in der Nähe des Hafens
Gregor musste lachen,
denn er hatte die Telefon-Nummer
des Cafes immer noch in seinem Handy
8 (423)222-52-01
sie hatten sich japanischen Salat
und einen Burger bestellt
und Allan hatte angefangen zu erzählen...
ich bin doch damals in der Uniform
eines sowjetischen Marschalls aus 
einem Arbeitslager nahe Wladiwostok in Begleitung
von Herbert Einstein abgehauen
leider habe ich die Wladiwostok damals 
abgefackelt....versehentlich
das hätte auch eine Atombombe nicht
gründlicher schaffen können...

1454 die innere Stimme

nein, ich will hier nichts von Mareike
erzählen, die zuviel arbeitet
ein Satz im Buch von G. Roth, Der Strom,
erinnert mich daran, 
dass diese Behauptung,
wir hätten das Wissen aller Generationen
vor uns, also unserer Eltern
unserer Großeltern, unserer Urgroßeltern
in uns gespeichert
mich erinnert an das Hörbuch
von Thich Nath Hanh,
(Versöhnung mit dem inneren Kind)
dass ich leider nicht mehr auf meinem Iphone habe,
dass nämlich genau das er dort auch sagte
wir haben das Wissen unserer Vorfahren in uns
und als ich vor einigen Monaten
den norddeutschen Indianer Kleine Eule
kennenlernte,
der auch an so etwas glaubt
und es uns in einem Kurs über Bogenschießen
vermittelte
das machte mich beim Lesen von Roth 
stutzig....
das Wissen meines Großvaters väterlicherseits
hätte ich gerne
habe ihn nie kennengelernt
habe ihn nie vermisst
Roth aber schreibt noch etwas anderes:
er schreibt über die innere Stimme von Thomas Mach
"es gab ein Wissen in Thomas Mach, dessen Herkunft er nicht kannte..."
meine zweite Assoziat…

Nr. 1453 Gerhard Roth, Am Abgrund*

mein drittes Buch,
und je länger ich ihn lese
umso weniger mag ich seine Texte
der Abgrund ist anstrengend, anstrengend
versponnen, verrückt, ohne irgendeinen
Realitätsbezug
man möchte nur sagen:
was soll der Quatsch?
experimentell, mag sein
auf den Spuren von Kafka
mag auch sein
aber für den Leser ist es eine Zumutung


1452 Der Maurer

im Blumenladen traf Chester den Polizisten
und fragte: wann gehen Sie in Rente?
nächstes Jahr
dann erzählte der Polizist,
dass er vor kurzem einen Maurer vernommen hatte,
der war nach 40 Jahren Arbeit in Rente gegangen
mit 60 Jahren.
und, sagte der Polizist, er bekommt eine Rente von 1000€
die letzten Jahre  bringen es
Chester wünschte noch ein schönes Wochenende
und ging dankbar nach Hause,
dass es ihm gut ging
fast hätte er vergessen die Rosen 
für seine Frau zu bezahlen

1451 Theresa und das Helfersyndrom

Theresa liebt sich nicht
sie möchte es allen Recht machen
sie hetzt, ist nervös
und hört nicht richtig zu
aber sie ist wichtig
und wird gebraucht
und sie hat einen Job
mit denen Menschen,
die ihr wichtig sind
manchmal wirkt sie überfordert
weil sie den Job nicht gelernt hat
weil ihre Deutschkenntnisse nicht reichen
böse Zungen behaupten
ihr Deutsch wäre schlecht
aber Theresa kämpft
und sie macht gute Arbeit
abends um 20 Uhr kommen noch Anrufe
von Hilflosen
auch um 21 Uhr klingelt noch ihr Handy
und Theresa hilft
ist da
bösen Zungen sagen, ihr fehle der professionelle Abstand
aber wenn es Theresa nicht gäbe
wäre das für einige sehr schlecht

Nr. 1450 alles nur geträumt

als Jerry  am Morgen aufstand
hatte er das Gefühl,
er habe den vorigen Tag nur geträumt
alles hatte auf einer weißen, weiten Fläche
stattgefunden
weiter hinten stand Venessa und schwieg
rechts saß Angie und hörte ihm nicht zu
der Chef begrüßte ihn  nicht
und man legte ihn auf eine Bahre
steckte seinen Kopf in einen engen Käfig
und die Arzthelferin sagte:
sie müssen ganz still liegen
sie dürfen sich nicht bewegen
Jerry wäre am liebsten aufgestanden
und hätte alles zusammengeschlagen
gebissen, getreten und gestochen
aber...
niemand hörte ihm zu
es gab ihn nicht
er wusste es nur nicht
und er fragte sich,
ob nicht auch ein Hund sich wehren würde
wenn man ihn in einen Käfig zwängt
und zu ihm sagt:
du brauchst keine Platzangst haben
reiß dich zusammen


Nr. 1449 Die Leiden des Herrn R.

am Abgrund taumelnd
ist es schon schwer zu verstehen
es ist anstrengend Herrn R. zu lesen
und zu verstehen
er will das wohl auch gar nicht
aber um den Wahnsinn, den Irrsinn,
das Verrückte, und Teuflische dieser Welt
zu verstehen, braucht es Herrn R. nicht
das Zeugs das er schreibt
verkauft sich nicht
bis auf ein paar seltene Fans
schreiben soll unterhaltsam sein
anregen
um den Wahnsinn dieser Welt zu erleben
brauche ich nicht die Bücher von Herrn Roth
dafür reicht eine Nachrichtensendung des ZDF
oder ein Blick in den Spiegel
Horrormeldungen rund um die Uhr
nein, Herr Roth, machen Sie uns Vergnügen
mit ihrer Schreibe und ihren Büchern,
dann lesen wir sie auch

1448 Pensaro erobert die Welt

schon beim Lesen fiel er aus der Reihe
aber schreibend, schüchtern erobert
sich Pessaro die Welt
schreibend verstand er die Welt
nicht wie Adenauer
und vielleicht wie Luise Jacobs
oder er wollte so einer sein wie Herr R.
die Welt erobern und kontrollieren
die Welt sich erschließen
und trotzdem Zuhause sitzen
und die unsichtbaren Gedanken werden
sichtbar gemacht

1446 Schulmedizin und Autismus

meine Abneigung gegen die Schulmedizin
wird größer und größer
Ärzte, die angeblich keine Zeit haben
wenn ich Privatpatient wäre
hätten sie die wohl
Ärzte, die nicht zuhören können
Arzthelferinnen, die einen nicht wahrnehmen
und durch die Gegend hetzen
beim MRT dann langes Warten
eine ungeduldige, genervte Helferin
zuhören weil ich über Platzangst rede
nein, interessiert nicht
dann dieses Monster von Gerät
wird man eingezwängt in einen Käfig
ja, ich hatte Platzangst
Angst die Kontrolle zu verlieren
und dann diese Guantanamo-Geräusche
dass die Medizintechnik nicht in der Lage ist
Geräte zu entwickeln, die weniger Stress machen
und zum Schluss das Gespräch 
mit dem Radiologen
der redet... redet und dann plötzlich keine Zeit mehr hat
unfreundlich zum Telefon greift
und das Gespräch beendet
haben wir es in der Schulmedizin mit Autisten zu tun
die nicht in der Lage sind 
sich normal zu unterhalten
Fachidioten, Autisten, uninteressiert

1438 die digitale Welt

je älter man ist,
um so schwerer ist es 
sich in der digitalen Welt zurechtzufinden
und wenn man sich nicht interessiert
oder noch im Mittelalter lebt
da muss erst der Neffe kommen
um festzustellen, dass der Festplattenrecorder
tot ist
nein, nein, nicht schon wieder Geld ausgeben
und sie sagt:
ich möchte nächste Woche 15 Filme anschauen
viel Spaß
schließlich fährt er los in den Elektronicmarkt
und erklärt einem jungen Mann
dass er einen digitalen Festplattenrecorder möchte
einen mit dem man die digitalen öffentlich-Rechtlichen
empfangen und aufnehmen kann
der hier wäre kompatibel mit ihrem Smart-TV
leider kein Kabelanschluss
dann hätten wir noch den von Panasonic
mit einigen Extras aber nur 500 GB Festplatte
ich merke, dass ich aufgeregt bin
ich merke, dass mich verspreche
und ich glaube, dass heute Freitag ist
letztlich stehe ich da,
und weiß nicht was ich will
550€ für einen Festplattenrecorder 
plus Service fürs Bringen und Konfigurieren 39€
der junge Mann deutet an, dass da noch was zu tun ist
schließlich sag…

1437 Russland auf dem Vormarsch

auf dem Vormarsch
oder wie nennt man das
die Einverleibung der Krim
die Besetzung der Ost-Ukraine
starker Einfluss in Moldavien
Beziehungen mit Ungarn
Griechenland liebäugelt
Zypern lässt Russland die Häfen nutzen
militärisch
abhängig vom russischen Erdgas
beeindruckt von militärischer Stärke
Russland auf dem Vormarsch oder wie?

1436 Gerhard Roth, Am Abgrund *

Zwei Freunde und doch nicht Freunde
zwei Verrückte oder nein
ein Verrückter und ein Mörder
unterwegs nach Wien
aber vorher besteigen sie noch einen Berg
ich kenne Lindner und Jenner schon
aus dem Buch "Labyrinth"
und sie sind mir auf merkwürdige Weise vertraut
obwohl doch ständig die Sichtweise wechselt
man nicht weiß,
wer schreibt, berichtet
wer sagt die Wahrheit
wie ein Krimi ist Abgrund geschrieben
es tun sich Abgründe auf
Der Anwalt und Betreuer könnte der Mörder sein
und der Verrückte der Normale
Wahnsinn das ist Roths Thema
es ist eben verrückt,
ständig ver-rückt Roth die Perspektiven
ständig wechselt er die Wahrheit
so dass man sich fragt,
was ist real und was ist Wahn
Kafka hätte seine Freude gehabt
mich fasziniert Gerhard Roth
manchmal, ab und zu
------------------
nach ein paar Seiten wird es dann wieder
anstrengend, verwirrend und unverständlich
irgendwelche Spinnereien,
die sich Roth zusammen geschrieben hat
die kein Mensch versteht
hat sich Gerhard Roth
eigentlich auch nur einmal gefragt,
ob da…

1435 Cafe Pessaro

Unten am Großen Wasser mit Sandstrand
stand die Holzhütte mit dem Namen
Pessaro, oder Passero oder Possena?
Dort wie manchmal auch
an einem Tisch saß Pjotr Pietsch
und zu ihm setzten sich Piedro Lamen
und Sabrina
beim Fisch und bei der Scholle
sprach man über Teneriffa
und den Freund, der sich dort gerade
aufhält
und sie sprachen über den Deich
und Sabine erzählte, dass sie am Grab
ihres Mannes war,
mit ihm sprach,
mit ihm schimpfte
sie hatte ihn viele Jahre gepflegt
er saß 17 Jahre lang im Rollstuhl
ein kräftiger, lebenslustiger Mann
und dass sie am Grab nicht mehr geweint habe
und ihre Schwester nicht verstehen konnte
und Piedro dachte an seinen Vater
an das lange Leiden mit dem Krebs
wie er so da lag wie ein Säugling
hilflos, unter sich machend
draußen schien die Sonne
und Sabine erzählte, dass sie am Tag
als ihr Mann verstorben war
zu ihrer Ärztin ging
weil sie mit der gut reden konnte
und ihre Ärztin verschrieb ihr etwas
dass ihr Ruhe geben sollte
und Piedro hörte ihr zu
er kannte das Leiden der Angehörigen
und d…

1433 Fernando Pessoa

Wahre Erfahrung beruht auf einem verminderten Kontakt mit der Wirklichkeit und einer verstärkten Analyse dieses Kontaktes. So vertieft und erweitert sich unsere Sensibilität, denn alles ist in uns; wir müssen es nur suchen und zu suchen wissen.
Fernando Pessoa, DasBuchderUnruhe

Fragment 1432

nachmittags war ich auf der Suche
nach Fernando Pessoa
aber dort im alten Bauernhaus
wohnte er wohl nicht mehr
eine alte Frau sah ich durchs Fenster lesen
und an den Wänden diese Bilder 
von denen ich glaubte sie zu kennen
hier endete seine Spur
Pessoa will wohl nicht gefunden werden
dann kam mir die Idee
er könne in sein Elternhaus gezogen sein
seine Mutter war vor einigen Jahre verstorben
aber...
Maria kam dann auf die Idee
er sei vielleicht wieder zurück 
in das Alte Dorf am Fluss gezogen
und dann suchte sie im Telefonbuch
und siehe da
sogar mit Adresse
Fernando Pessoa
ich nahm meinen ganze Mut zusammen
ihn anzurufen
was sage ich, nicht zuviel
er wird mich nicht mehr kennen
dann Gott sei Dank war der AB dran
hoffentlich ruft er nicht zurück
oder doch
ich mochte ihn damals

1429 Meditation

viele Leute halten es für Spinnerei
etwas was man nicht tut
was Mann nicht braucht
oder vor dem man sich fürchtet
wer sich damit beschäftigt
oder ich habe keine Zeit für Meditation
jeder muss es selbst wissen
aber klar ist,
dass bei Bereitschaft
eine zwanzig minütige Meditation
Ruhe, innere Klarheit und Konzentration bringt
der Blick wird nach innen gerichtet
man konzentriert sich auf seinen Atem
und lässt die Gedanken los
immer wieder zurück zum Atem
den Körper durchspüren
Verspannungen spüren
Schmerzen spüren
mich bringt so eine morgendliche Meditation
mit geschlossenen Augen
Timer auf 20 Minuten eingestellt
wieder zu mir zurück

Nr. 1428 Gerhard Roth: Das Labyrinth (14)

ein anstrengendes, langweiliges
und langatmiges Buch, aber auch in epischer Breite
sich entfaltendes Thema
da schreibt einer und schreibt
er hält Kunst für eine Form des Wahnsinns
in dem Buch beschreibt er und läßt zu Wort kommen
Strough, einen Studenten, psychisch krank,
der Pyroman ist und wohl auch die Wiener Hofburg
in Brand gelegt hat
den Insassen des "Hauses der Kunst" Lindner,
ein psychisch Kranker, der seit 20 Jahren schweigt
und schweigt und schreibt
sein Buch wird veröffentlicht, aber dann war
es dann doch wieder nicht von ihm
der Leiter der Anstalt, Pollanzy, schreibt
und analysiert wie der Dichter
dann gibt es in dem Buch noch einen Schriftsteller
das Buch spielt in Wien, auf Madeira und in Lissabon
auf der Suche nach Fernando Pessoa
dem großen portugiesischen Dichter
wie wir erfahren und lernen auch seine 
verschiedenen Pseudonyme sprich Hyronyme kennen
ein anstrengendes, anspruchsvolles Buch
kein Wunder, dass sich die Bücher von Roth
nicht verkaufen
und dann die seitenlangen Beschreibu…

Nr. 1427 Wege zum Glück

Die Kunst zufrieden zu sein
besteht wohl darin
mit dem zufrieden zu sein,
was man hat
(und nicht immer noch mehr zu wollen)
und die Kunst glücklich zu sein
sich sowenig wie möglich Gedanken machen
und den Augenblick genießen.
Ein Weg dahin ist es,
sich Zeit zu nehmen
und sich ganz dem Augenblick hinzugeben
achtsam zu leben
langsamer zu werden
und jeden Schritt und Atemzug genießen.

Nr. 1426- Fernando Pessoa

seitenlang lässt sich Gerhard Roth
über einen portugiesischen Schriftsteller
aus, der mir nichts sagt,
den ich nicht kenne,
ich habe seinen Namen noch nie
irgendwo gelesen oder gehört
der Mann mit den vielen Pseudonymen
der Mann, der unter vielen Pseudonymen schrieb
und den zu Lebzeiten kaum jemand kannte
nach seinem Tod
fand man als Nachlass 25.000 Seiten Manuskripte
darunter das "Buch der Unruhe"
und bei Amazon sind einige Rezenten dermaßen
begeistert von diesem Buch,
dass sie schreiben,
wenn ich nur ein Buch mit auf eine Insel
nehmen könnte, es wäre
"Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares"
nachdem ich nun endlich die Bedeutung
von Pessao begriffen habe,
blättere ich also in "Labyrinth" zurück
und beginne das Kapitel über Passao
nochmal zu lesen
der Mann mit den vielen Hyronymen

Nr. 1424 Spasti

als wir den Film sahen
über den frustrierten Rollstuhlfahrer
fiel mir auf einmal wieder dieses Wort
von damals ein "Spasti"
bestimmt 35 Jahren hatte ich dieses Wort 
nicht benutzt und nicht gehört
in welchem Zusammenhang fiel es damals?
es war in einem "Heim für schwererziehbare Jugendliche"
und dort in der Heilpädagogischen Abteilung
wo sich die Jugendlichen gegenseitig
abwertend mit diesem Begriff beschimpften
Spasti ist wohl die Abkürzung für Spastiker
wie auch immer die Jugendlichen den Begriff benutzten
oder missbrauchten
meine Beobachtung war,
dass so gut wie alle Jugendlichen 
unter Bewegungsstörungen litten
da war nicht einer, der sich normal bewegte
du denkst wie du dich bewegst
oder du bewegst dich so wie du denkst
gut, es gab auch welche darunter,
die fürs Klauen bekannt waren,
aber normal war von denen keiner
wurzellos und verhaltensgestört

Nr. 1423 Der Philosoph des Wahnsinns

der sich dahin ziehende Wahnsinn,
der sich offenbart in epischer Breite
der Darstellung von Gemälden, Häusern,
Gärten, Museen
man stellt sich unwillkürlich einen Mann vor,
unaufhörlich dabei ist
irgendwo zu sitzen
alles aufzuschreiben,
was er sieht, hört,
schmeckt,
was ihm an Büchern in die Finger kommt
immer mit einem Notizblock bewaffnet
und einem Kugelschreiber
neben sich auf dem Tisch ein Glas Wein
ist das das wirkliche Leben
nein, er sucht nicht das wirkliche Leben
er ist seit 30 Jahren auf der Suche nach dem Wahnsinn
als Sinn des Lebens
oder habe ich Gerhard Roth falsch verstanden
ja, wahnsinnig 
der sich in epischer Breite gestaltende, anstrengende Wahnsinn

1422- Eine Mauer des Schweigens (ARGE)

Die Abgeordnete der Linken
Claudia Bernhard beschwert sich darüber,
dass die Mitarbeiter des Jobcenters
nicht direkt telefonisch erreichbar sind
sondern nur über ein Callcenter
ich bin finde diese Beschwerde berechtigt
viele Jahre habe ich als Sozialarbeiter
mit diesem Mißstand leben müssen
es hat meine Arbeit erschwert, verkompliziert
und schwierig gemacht
es entsteht der Eindruck,
dass sich Mitarbeiter des Jobcenter hinter
dieser Mauer des Schweigens verbarrikadieren
da werden Bescheide rausgeschickt
und ein Rückgespräch ist nicht möglich
eine Beschwerde spontan unmöglich
einfache Dienstweg unmöglich
Arbeitslose bleibt uns von der Pelle
wir haben soviel zu tun auch schlecht zu verwalten
für mich kommt da ganz viel Amts-Arroganz rüber
natürlich geht es nicht,
dass Sachbearbeiter in Gesprächen ständig gestört werden
das kenne ich aus meiner Arbeit auch
aber wenn man einen individuellen Anrufbeantworter hat
kann man, wenn es ruhiger geworden ist
die Rückrufe abarbeiten

1421 Schlechter Schlaf, Schlafstörungen...?

hier etwas das hilft:


Die Regeln der Schlafhygiene:Halten Sie jeden Tag (auch am Wochenende) regelmäßige Aufsteh- und Ins-Bettgeh-Zeiten (max. Abweichung 30 Min) ein: Regelmäßigkeit (nicht nur in Bezug auf die Schlafzeiten, sondern auch z.B. Essenszeiten) stellt eine notwendige Voraussetzung dafür dar, dass sich die verschiedenen biologischen Rhythmen des Körpers aufeinander abstimmen können. Die Einhaltung einer regelmäßigen Aufstehzeit ist dabei am wichtigsten, denn die Aufstehzeit ist für unsere biologischen Rhythmen der "Ankerpunkt".Machen Sie kein Nickerchen tagsüber (Ausnahme: Durch einen Wecker kontrollierter 20 minütiger Schlaf): Selbst ein relativ kurzer Mittagsschlaf dazu führen, dass der Schlafdruck unverhältnismäßig stark reduziert wird. Ein- und Durchschlafstörungen in der Nacht können die Folge sein. Wenn Sie auf einen Kurzschlaf nicht verzichten können, sollten Sie ihn auf keinen Fall nach 15 Uhr legen. Besonders gefährlich ist in dieser Hinsicht auch das kurz…

1420 Jonathan

wenn man Jonathan trifft
sieht er immer irgendwie ernst,
negativ und uninteressiert aus
er kennt viele Menschen,
kennt ihre Geheimnisse
aber wenn er erzählt
hört es sich an
als seien sie anstrengend und verrückt
Jonathan regt sich über die Macken
der Menschen auf
die er ertragen muss
mit denen er zusammen ist
wie ein Venti
es macht keinen Spaß ihm zuzuhören
es ist anstrengend
weil aus jedem zweiten Satz
der Neid über mehr Geld, Besitz und Reichtum
spricht
oder das Unverständnis über die Macken,
Launen, Fehler, Schwächen der anderen
aber dann ist er wieder wie ein Detektiv
und fragt, ist neugierig
man fühlt sich wie bei einem Verhör
emotional interessiert ist er nicht
Jonathan kann das Leben nicht genießen
Dankbarkeit ist ihm fremd

1419 - wieder mehr achtsam leben

Ich will versuchen wieder mehr achtsam zu leben indem ich auf meinen Atem achte und meine Gedanken fokussiere auf das was jetzt ist was ist jetzt tue und ich will dankbar sein für das was ich habe und nicht dem hinterher laufen was mir nicht gehört und was ich nicht habe gib nicht anderen die Schuld Demut und Dankbarkeit spüre diesen Augenblick und genieße und sei dankbar

Rätsellhaftes im Labyrinth

ein verrücktes, rätselhaftes Buch
in dem ein Verrückter, der als Pyroman
und Epileptiker gilt
nach Madeira fliegt
vorher fragt er noch die Physiotherapeutin,
die auch den möglichen Mörder Lindner
betreut, ob sie mitkommt
ja, sagt sie
er hat ein Doppelzimmer gebucht
später im Hotel auf Madeira
schlafen sie zusammen
obwohl sie nicht verliebt sind
und Stourzh die ganze Zeit mich sich
und der Beschreibung von Straßenzügen beschäftigt ist
irgendwie unterhalten sie sich dann auch mal
und nebenbei wertschätzt er ihre neue Tischdecke
und dann plötzlich im Hotelzimmer
ist er scharf und erregt
und sie schlafen zusammen
obwohl er weiß,
dass sie ein Verhältnis mit dem Leiter
des Hauses der Künstler hat
Astrid verlangt von Stourzh,
dass er ihren Geliebten und Chef tötet
als Beweis, dass er sie liebt

(Gerhard Roth, Labyrinth)

fading lights

Phil Collins ist für mich wie ein Bruder
die gleiche Seele, die gleiche Musik
mein Bruder liebt Genesis auch
aber noch mehr liebe ich
den Mann im Hintergrund,
der mit seinem Keybord
die wundervollsten Sonnenuntergänge zaubert,
der mich entführt mit einem Achtspänner
in den Himmel
ja, ich liebe die Musik von Tony Banks
besonders in dem Stück "fading lights"
zeigt er seine ganze Kunst
seine wundervolle und zauberhafte Musik
danke, Tony

der Pensionär

bevor der Pauker in Pension ging
hatte er Vorstellungen
was er machen wollte
er wollte weiter Sport machen
Spaziergänge absolvieren
Meditationen durchführen
fotografieren und schreiben
beim Schreiben war er besonders
erfolgreich und zufrieden
und vielleicht auch Bücher lesen
er hoffte, mittags im Cafe Kafka essen zu können
all seine Wünsche hatten sich erfüllt
der  Pauker war jeden Tag seine 10.000 Schritte
gelaufen
er hatte jeden Morgen meditiert
er hatte in einem Altenheim eine Fotoausstellung,
fast zwei organisiert
worauf er stolz war
und er fuhr jeden Mittag ins Cafe Kafka
um dort mit anderen Bekannten zu essen
das war seine Geselligkeit
im Laufe des zweiten Jahres
hatte sich ein weitere Fotoausstellung ergeben
und zwar in einer Familienbildungseinrichtung
er hatte dort erfolgreich in Kursen Teilnehmer fotografiert
und unerwartet, konnte er wieder lesen
hatte wieder diese gewisse Ruhe
und parallel hatte er sich um eine Fotoausstellung
mit und über Flüchtlinge beworben, mit guten Chancen
er würde in einer Init…

Die Frau auf dem Roten Sofa ***

Die Frau auf dem Roten Sofa
ist ganz alleine über den Atlantik gesegelt
hat Todesängste ausgestanden
dann hat sie zwei Jahre geschwiegen
um  nach der Reise festzustellen,
dass es eigentlich darum geht
das Leben im Augenblick zu genießen
nicht um den einmaligen Kick auf dem Berg,
sondern Dankbarkeit und Demut
dankbar sein für diesen Augenblick
dem ist nichts hinzuzufügen

Gerhard Roth- Einer der ganz Großen (13)

Nicht weil er im Mai 2015
Bremerhaven den Jeanette-Schocken-Preis
verliehen bekommt,
nein, nicht deshalb
das hat mich aufmerksam gemacht
nicht deshalb,
sondern weil mir seine Schreibe gefällt,
seine Themen und seine Denke
halte ich
Gerhard Roth für einen der ganz Großen
der deutschsprachigen Literatur
und wenn ich ehrlich sein soll,
nicht mal Franz Kafka 
hat mich dermaßen beeindruckt
und das ist das größte Lob
was ich zu verschenken habe

Gerhard Roth (12)

Während ich sein Buch "Labyrinth" lese
gehen eigenartige Dinge mit mir vor
vielleicht erinnert er mich an Kafka
auf jeden Fall ist mir dieser Klient "Philipp Sturzh"
vertraut
weil ich viele Jahre mit psychisch Kranken zu tun hatte
und in dem Buch tauchen Personen auf,
denen ich schon begegnet bin
da ist plötzlich der Mörder Lindner
aus einem anderen Buch von ihm
und sein Vormund Jenner
die Hauptfigur ist der Psychiater Heinrich Pollanzy
der das "Haus der Künstler" leitet
früher während des Faschismus "die Anstalt Gugging" *
in der über 330 Menschen im Rahmen der Aktion T4
getötet wurden
Roth arbeitet die Zeit des Faschismus in Österreich
immer wieder auf
man kommt also ins Endlose mit Herrn Gerhard
nun aber sind wir erstmal im Labyrinth
und lesen interessiert
was fasziniert mich so an G.Roth??
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Der Fischer-Verlag hat eine umfangreiche Seite "Presseinfo Gerhard Roth" mit Biographie und allen seinen We…

Gerhard Roth (11) lieferbare Werke beim Fischer-Verlag

Biographische Notiz Preise und Auszeichnungen Die lieferbaren Werke Gerhard Roths im S. Fischer Verlag und Fischer Taschenbuch Verlag:

Zyklus »Orkus« DER SEE (1995) 
DER PLAN (1998) 
DER BERG (2000) 
DER STROM (2002) 
DAS LABYRINTH (2005) 
DAS ALPHABET DER ZEIT (2007) 
DIE STADT (2010) 
ORKUS (2011) 
DIE ZEIT, DAS SCHWEIGEN UND DIE TOTEN (2011) 
Zum Werk von Gerhard Roth (Herausgegeben von Jürgen Hosemann) 

Zyklus »Die Archive des Schweigens« IM TIEFEN ÖSTERREICH, Band 1 (1990) 
DER STILLE OZEAN, Band 2 (1980) 
LANDLÄUFIGER TOD, Band 3 (1984) 
AM ABGRUND, Band 4 (1986) DER UNTERSUCHUNGSRICHTER, Band 5 (1988) 
DIE GESCHICHTE DER DUNKELHEIT, Band 6 (1991) 
EINE REISE IN DAS INNERE VON WIEN, Band 7 (1991) 
DIE ARCHIVE DES SCHWEIGENS (1992) (7 Bände in Kassette) 

Reiseromane DER GROSSE HORIZONT (1974) (Neuausgabe im Fischer Taschenbuch Verlag 1979) 
EIN NEUER MORGEN (1976) (Neuausgabe im Fischer Taschenbuch Verlag 1980) 
WINTERREISE (1978) Kleine Prosa 
DIE AUTOBIOGRAPHIE DES ALBERT EINSTEIN (1972) (Neuausgab…

Gerhard Roth (10) Biografie -Fischer-Verlag

Gerhard Roth wurde am 24. Juni 1942 als Sohn eines Arztes in Graz geboren. Nach der Matura begann er ein Medizinstudium, das er nach zehn Semestern abbrach. Von 1966 bis 1977 arbeitete er als Angestellter des Rechenzentrums Graz, zuletzt als Organisationsleiter. Erste Schreibversuche, die noch in die Zeit des Medizinstudiums fallen, münden schließlich in den Debütroman »die autobiographie des albert einstein«, der 1972 erschien. Dieser fiktive Lebensbericht aus der Ich-Perspektive eines Schizophrenen fand bei der Kritik außerordentliche Beachtung und machte zusammen mit den folgenden ›Kurzromanen‹ »Künstel«, »Der Ausbruch des Ersten Weltkiegs«, »How to be a detective« und »Der Wille zur Krankheit« Gerhard Roth zu einem der bekanntesten Vertreter der Avantgarde-Autoren des ›Grazer Forum Stadtpark‹. Roths erste dramatische Arbeit war das 1973 am Schauspielhaus Graz uraufgeführte Stück »Lichtenberg« – das »Modell einer Unterdrückung durch Sprache und Klassifizieren« als groteskes Krimina…

Gerhard Roth (9)

ein ungewöhnlicher Schriftsteller und ein ungewöhnliches Buch

Gerhard Roth, Das Labyrinth, Roman ****
Fischer Verlag 2007
vom mir bekommt dieses Buch 4 Sterne


Gerhard Roth Das Labyrinth S. Fischer »Wir erhalten die Gewissheit, dass wir die Kräfte, von denen die Ereignisse bestimmt werden, nicht durchschauen können, ehe wir uns nicht konsequent dem Studium der Geschichte des Wahnsinns hingeben.« Wendelin Schmidt-Dengler, Literaturen Gerhard Roth Das Labyrinth Roman 464 Seiten gebunden ISBN 978-3-10-066059-6 EUR 19,90 (D); sFr 35,40 (UVP) Taschenbuchausgabe: 464 Seiten ISBN 978-3-596-17512-3 EUR 9,95 (D); sFr 18,60 (UVP) Die Wiener Hofburg, die riesige Residenz der Habsburger, brennt – und der Psychiater Heinrich Pollanzy hat einen Verdacht: Könnte sein pyromanischer Patient Philipp Stourzh der Täter sein? Während Stourzh auf den Spuren des letzten österreichischen Kaisers Karl nach Madeira und Madrid reist, führt auch Dr. Pollanzys Weg von Wien nach Spanien. Oder war alles ganz anders? Wel…

In den Gängen des Schlosses

an diesem Tag herrschte im Palast
Unruhe, Ungewissheit
der König hatte die Kontrolle 
über sein Reich und seine Untertanen verloren
im Eingang stand der Fotograf
und schrie: 40 x 60 !
der Landmesser schaute misstrauisch drein
und irgendwo dahinten regte sich Widerstand
und tief im Schloss
in den unterirdischen geheimen Gängen
suchte einer nach der richtigen Formel
es war der Mathematiker G.
nicht ganz richtig im Kopf
er nuschelte im Halbdunklen vor sich hin:
es geht um Formate, um Formeln
es geht nicht um 50 x 60
vor ihm stand plötzlich der Geologe
und Forschungsreise Herr H.
ich habe die Welt erkundet
ich weiß die Lösung
dagegen sagte der Mathematiker G.:
ich habe die Welt vermessen
ich weiß wie groß sie ist
worauf der Beamte meinte:
ich kenne alle Gesetze, alle Bilder, alle Formate
ich weiß alles und ich kann alles
der König wusste von all dem nichts
er dachte nur: die richtige Formel!!
2 :3

Der Lehrer weiß es

an diesem Tag waren sie alle unterwegs
der Schreiber, der Priester, der Maurer,
aber auch der Postbeamte,
der Finanzbeamte und der Lehrer,
ja sogar der Flüchtling,
der Reisende, der Landvermesser
und der Arzt
und sie alle hatten ihre Schuhe an
und den Verstand verloren
sie alle irrten in der Stadt des Herrn
orientierungslos, hungrig und müde herum
bis Herr L. der Musiker kam
und sie bat ein gemeinsames Lied anzustimmen
das Lied von der Ungewissheit
und vom Labyrinth
das Lied der Frauen und der Kinder
aber der Schreiber schaute
den Musiker merkwürdig an
worauf der Priester sagte
es hat keinen Sinn
und Maurer antwortete
wir müssen weiter
aber auch der Postbeamte wusste nicht
wo das weiter war
bis schließlich der Lehrer sagte:
ich weiß es, hört mich an
hört mir zu, ich weiß es besser

Der Mathematiker Herr G.

an diesem Morgen knallte die Sonne
blau vom Himmel
und der eisige Wind tat sein übriges
der Mathematiker Herr G.
kam verwirrt nach Hause
es waren so viele Menschen gewesen
zu denen er freundlich war
und die zu ihm freundlich waren
darüber hatte er ganz die geheime
Formel vergessen
der Mathematiker fragte sich,
ob alles richtig war
nein, nichts war mehr richtig
er wusste nicht wo oben
und wo unten war
er, Herr G. hatte italienisch gesprochen
aber er sprach doch gar nicht
sollte er stumm sein?
Herr Mathematiker holte tief Luft
wirklich wusste er nichts mehr
gar nichts mehr
er hatte sich aufgelöst
in ein Nichts, ein Gar nichts
alle Grenzen waren verschwunden
wo war sein Buch?
wo war sein Kaffee?
der Mathematiker Herr G. suchte...
nach...

Das Labyrinth

Der Gang durch das Labyrinth
fiel dem Rabbi schwer
überall waren Spiegel angebracht,
so dass er schon bald 
jede Orientierung verloren  hatte
er wusste nicht mehr was er wollte
er wusste nicht mehr wo er war
der Rabbi betete
der Rabbi meditierte
dann abrupt, öffnete sich eine Falltür
und der Rabbi fiel einen Stockwerk tiefer
oh!
Herr Gott, hilf.
auch hier wieder labyrinthische Gänge
verzerrende Spiegel
der Rabbi sah kaum Licht
dann wusste er gar nichts mehr
heftig und inbrünstig betete er zu seinem Gott
aber alles halft nichts
Rabbi Bernstein hatte sich verlaufen...

Der Mord

gegen Morgen wachte der Lehrer auf
von dem Geräusch eines laufenden Diesels
ja, es ist ein LKW, wusste er
und schlief nicht wieder ein
und er wusste auch wo der Sattelschlepper stand
hinter Nummer Fünf
und der Lehrer konnte nicht wieder einschlafen
am Tag darauf fand die Polizei
in dem besagten Sattelschlepper
die blutüberströmte Leiche eines Mannes
den jemand von unten bis oben mit einem Messer
aufgeschlitzt hatte
beginnend im Schritt hatte der Mörder
den LKW-Fahrer mit einem drei Zentimeter tiefen
Schnitt vom Hoden bis zur Nase aufgeschlitzt
in der folgenden Nacht schlief der Lehrer
auch nicht...
halt doch mal an
und hör doch mal auf,
wenn Opa Fietsche in die Kneipe kam
schämte sich der 16jährige Enkel 
machte sich ganz klein
seine Gleichaltrigen aber kannten Fietsche
und riefen ihn an ihre Tische
was für eine merkwürdige  Sache

vor den Barrikaden

Brennende Barrikaden
und berittene Polizei
Häschergruppen in Zivil
und hinter den brennenden Benzinfässern
saß eingeduckt ein alter friedlicher Mann
er legte sein Buch an die Seite
und holte aus seinem Rucksack ein neues
irgendwas stand da mit "Labyrinth"
und laut redete er vor sich hin
das ist schon so lange her,
dass ich politisch aktiv war
weiter rüber sah er Menschen flüchten
soll ich helfen,
fragte er sich?
dann kam da dieser schlackerige, haltlose Jugendliche
den Gehweg hoch
wie ein Halm im Wind
völlig ohne irgendwelche Power
und er hatte etwas unter seinem Mantel versteckt
von den brennenden Barrikaden kam ein Panzer
mit ohrenbetäubendem Kettengerassel herangefahren
und der Alte dachte: Gott, ein Leo 2
und der Alte sah wie der Panzer langsam
auf der Straße weiter fuhr
als der Leo auf seiner Höhe war
riss der Junge die Panzerfaust aus dem Mantel
der Alte wunderte sich
weil der Junge immer so harmlos ausgesehen hatte
dann gab es einen Knall, eine Feuerexplosion
der Leo drehte seine Kanone in Richtu…

Essen mit Hemingway

sie waren hinausgefahren aufs Meer
Hemingway und er und die ganze Mannschaft
Hölle, Hölle, Hölle,
Gott ja es war immer noch anstrengend
nur die nette alte 99 Jährige
die ihm Freude machte
und Hemingway hatte viel erlebt
viel zu erzählen
von seinen Kollegen und Klienten und
aus der Hölle der Hilflosigkeit
einer jungen Frau, die ein Kind hat mit einem
Flüchtling ohne Status und ohne Einkommen
und nun ist das Kind dort ohne Einkommen
aber Hemingway konnte nichts tun
er war nicht zuständig
die Arbeit wird mehr, noch mehr
zwischendurch essen wir unseren Rinderbraten
und ich schaue mich um im Cafe
da kommt der Bestatter
aber der Himmel ist weit
Ja, sagte Hemingway, wir werden heiraten
ich griff mir ans Herz
wie schön
später dachte ich irgendwann,
was habe ich es gut,
dass ich mich nicht mit dem netten jungen Türken
herum schlagen muss, den ich mochte,
und der eine kriminelle Laufbahn eingeschlagen hat
lügt, Drogen verkauft....
ein Schlitzohr
was geht es mir gut,
dass ich die Welt nicht mehr retten muss
und an der Packstat…

Benno Ohnesorg

ja, wir waren schon einmal auf den Seychellen
mit dem Traumschiff
und ja, ich kenne die eigentümliche Landschaft
aus dem Computerspiel "riven"
dass mich damals tief beeindruckte
aber nun waren wir da
wir saßen sehr vornehm im "Veuve Restaurant"
mit Blick aufs Meer
schon gleich am ersten Tag
hatten wir uns La Digue verliebt
hier geht alles noch ganz gemächlich zu
ich hätte mir niemals träumen lassen
auf einer solchen zauberhaften Insel
zusammen mit Maria Urlaub zu machen
La Digue gehört zu den berühmtesten Inseln der Welt
denn die Granitfelsen an der Anse Source d`Argent
bieten ein wundervolles Fotomotiv
es sind von Wind und Wellen
rundgeschliffene riesige Granitblöcke
und dann die Überraschung des Abends
ein Bekannter aus längst vergangenen Tagen
setzte sich zu uns an den Tisch 
er nannte sich damals Klaus und sagte:
Der Mörder von Benno Ohnesorg ist tot.
Maria: meinst Du den Karl-Heinz Kurras?
Klaus: genau. Den unsere Justiz nie verurteilt hat
und der noch für die Stasi gearbeitet hat.
Auf…