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Es werden Posts vom März, 2015 angezeigt.

1534 Erich Ahronsheimer trifft den Analphabeten

stürmischer, kalter, regnerischer Märztag
als Erich Ahronheim losging
ihm war schwindelig im Kopf
als er dort im verwunschenen Garten ankam
die Kinder spielten bereits brav
mehrere schippten Erde in eine Karre
andere suchten Holzstücke im Wald
im Haus saßen drei Frechdachse und grinsten
er hatte seine Kamera dabei
war klar
und suchte für seine Ausstellung
noch ein paar schöne Motive
Kinder in der Natur
mit allen Sinnen
ja, und es regnet und stürmte
aber den Kids machte das nicht viel aus
Janek zog seine Regensachen an
Justin war irgendwie maulig
und ungeduldig
denn noch bewunderte Ahronheimer
wie die Kinder zwischen 6-12 Jahren
mit dem schlechten Wetter zurecht kamen
Erich Ahronheim ging weiter durch den Garten
bis zu dem Platz wo die Bogenschützen üben
und dort entdeckte er einen sehr alten Mann
mit wallendem langen grauen Bart
der Mann aus dem 15. Jahrhundert
ehelicher Sohn einer 22 jährigen arabischen Sklavin
der Mann, der nicht Latein beherrschte
der Mann, der nicht studiert hatte
der Mann, der alles in Frage …

1533 Schildbürgerstreich

es war einmal eine Stadt
es war einmal ein Amt
und es war einmal eine Firma
geleitet von einem klugen Manne,
der die Unterstützung der Obrigen hatte
böse Zungen behaupteten er habe keine
Ahnung von der Arbeit
er habe keine Ahnung wie man Mitarbeiter führt
aber er hatte Untergebene,
einen fähigen und einen unfähigen
und der Obere liebte den unfähigen Mitarbeiter
hätschelte ihn, weil er ihn mochte
den fähigen Mitarbeiter aber moppte er
wenn es dem unfähigen Mitarbeiter,
der sehr gut bezahlt wurde,
nicht passte,
ließ er sich krank schreiben
wochenlang
so musste der fähige Mitarbeiter
auch noch die Arbeit des faulen, uninteressierten
Mitarbeiters mitmachen
von Zuhause schrieb der faule, kranke Mitarbeiter
an seinen fähigen Kollegen
und denk dran, wenn ich wieder gesund bin,
dass nicht soviel Arbeit bleibt,
damit ich nicht gleich wieder krank werde


1531 ein Konzert zu Ehren von Dina Riesel

so stelle ich mir das vor:
an diesem bedeutsamen Tag
gab es ein Konzert in der Raabestr. 20
in Bremerhaven
es spielten Eleni Karaindrou,
und Kim Kashkashian
die weltberühmte Geigerin
"Ulysses Gaze"
eine Musik, die einen zu Tränen rührt
und einem das Herz aus dem Leib holt
sie spielten zu Ehren von Dina Riesel,
die hier gewohnt hatte
eine Jüdin aus Bremerhaven,
die die Faschisten 1941 deportierten
ins KZ Minsk und ermordeten
das wäre etwas wunderschönes und trauriges
für die ermordeten Bremerhavener Juden
Konzert mit der Musik von Eleni Karaindrou

1530 Jakob Hornberg

Hier wohnte Jakob Hornberg
Jg. 1897
deportiert 1941
ermordet in Minsk

dieser Stolperstein liegt in der Raabestr. 20
in Bremerhaven- Geestemünde

was sagt uns diese eingelassene Messingtafel?
es ist eine Mahnung
den jüdischen Mitbürger Jakob Hornberg
nicht zu vergessen
nicht zu vergessen,
dass die Nazis 1941 alle jüdischen Menschen
in Bremerhaven deportierten
und ermorden ließen

Ab 1933 unterlagen die damals 1314 Menschen
jüdischen Glaubens einer ständig
zunehmenden antisemitischen Hetze,
die in den Progromen der "Reichskristallnacht"
ihre ersten blutigen Auswirkungen zeigte.



1529 Hennie Hornberg

Gibt es einen Zusammenhang
zwischen der Ermordung der Bremerhavener Juden 
1941 im KZ Minsk
und den nach Deutschland strömenden Flüchtlingen
aus Afghanistan, dem Irak, Iran,
Syrien...?
damals wurden elementare Menschenrechte
systematisch verletzt
eine ethnische Minderheit wurde
entrechtet, verfolgt und ermordet
Juden wie Hennie Hornberg, Raabestraße 20
wurden einfach abgeholt
zum Hauptbahnhof Bremerhaven gebracht
und in einen Güterzug gesperrt
und  heute?
Menschen in Afghanistan werden verfolgt,
entrechtet, weil sie sich nicht zum Islam
oder verbrecherischen Varianten des Islam
bekennen wollen
sie werden vergewaltigt, mit Säure entstellt,
weil sie für ihre Frauenrecht auf Bildung eintreten
es geht um Menschenrechte
Art 1 GG: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu 
achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Art 16a: Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.
Ja, Hennie Hornberg, es gibt einen Zusammenhang
zwischen ihrer damaligen Deportation
sie ist eine Mahnung
und darum gibt es auch…

1528 Raabestraße 20 Bremerhaven

Hier wohnte Bertha Hornberg
Jg 1908
deportiert 1941
ermordet in Minsk


1527 Stolper-Poem

Als die alte Frau an diesem Morgen
ihr Haus in der Langen Straße 32 verließ
schaute sie sich ängstlich um
sie hatte ihre Kippa auf
und wollte sich auf den Weg
zur Synagoge machen
sie kam nur langsam voran
aber sie hatte es auch nicht weit
ihr entgegen kamen zwei Jugendliche
schwarz gekleidet, Kapuzen auf
und sie fragte sich,
ob die beiden sie gleich 
ausrauben, zusammenschlagen würden
sie schwitzte vor Angst
ruhig ging sie weiter
nach einer Weile setzte sie ihre Kippa wieder
ab und schlurfte leise weiter
da entdeckte sie an einer Hauswand eine Schrift:
"Die Würde des Menschen ist unantastbar...!
ja, dachte sie, etwas ist anders geworden
heute könnten sie mich nicht einfach abholen
und in einem KZ ermorden
erleichtert ging sie weiter
als sie in der Synagoge saß
kam ihre Schwester Johanne
"wie siehst Du denn aus?"
fragte Ernestine besorgt
und Johanne antwortete:
wir sollten nach Israel auswandern
hier sind wir nicht mehr sicher.
aber Deutschland ist doch unsere Heimat
weinte Ernestine...
neben den beide…

1526 Zweistein lebt

es hatte die Nacht geregnet
sie hatten den ganzen Tag 
Regen angesagt,
grauer Himmel, graue Stimmung
norddeutsches Wetter
Zweistein schaute aus dem Fenster
keine Sonne, wenig Wind
na, das kann ja lustig werden heute
dann plötzlich aus dem Radio der Kracher:
Jump von den Pointer Sisters
es läuft ihm kalt den Rücken runter
und er steht da und tanzt 
und spürt, dass er noch lebt
der Zweistein

1525 Graue Stadt

es hatte schon angefangen zu regnen
als wir in die graue Stadt gingen
übers Wasser, über die Brücke
uns entgegen kamen Ausländer
verschiedener Coleur
in der Fußgängerzonge Gedränge,
Geschiebe, billige Läden
1-Euro-Läden und das Publikum
dazu
Leute mit wenig Geld
Menschen mit wenig Geschmack
Enge, Geschiebe, billige Läden
viele Ausländer unterwegs
Studenten, Seeleute, Migranten, Flüchtlinge?
no one knows
es regnet weiter
und wir schleichen uns durch die Geschäfte
eine arme Stadt, arme Menschen
Behinderte, Kranke, Arme, Geschmacklose
ich bin froh,
als wir die Graue Stadt wieder verlassen
und es ruhiger, entspannter, freier wird


1524 gelber Ginster

wenn der gelbe Ginster wieder blüht
wenn das Geschwanke
auf dem Schiff wieder aufhört
sei dankbar für das 
was du hast
und jammere nicht dem hinterher
was du nicht haben kannst
was dir nicht gehört
und was du gerne hättest
sei dankbar und genieße
den Augenblick
draußen scheint die Sonne

1523 Einsteins Haus

als Einstein an diesem Morgen
aus dem Fenster zur Straße hin
schauen wollte,
war da nicht das Baugrundstück,
sondern der Wald
der Wald aber lag nach hinten
irgendwas stimmte nicht
bin ich verrückt?, fragte sich Einstein
hat sich das Haus gedreht über Nacht?
tatsächlich war alles um 90° gedreht
er ging nach hinten an das große Fenster
und dort war nicht der Wald,
sondern ein wunderschöner Ausblick
auf eine Wiese und einen See
laut sagte Einstein:
wir haben hier keinen See!
Leo Einstein fühlte sich merkwürdig
im Kopf an diesem Morgen
das gab er zu
aber der See war doch da
er sah ihn doch ganz deutlich
seine Frau kam aus der Küche
und sah ihn und fragte:
was ist los mit Dir?
Einstein aber fragte zurück:
was siehst du nach hinten raus?
und sie trotzig:
natürlich die Wiese und den See
wie immer
Einstein erfasste erneut ein Schwindelgefühl
im Kopf, er fühlte Schwäche im ganzen Körper
kann ich mich nicht mehr auf mich selbst verlassen
fragte er sich innerlich
in diesem Augenblick beobachtete
Leo Einstein wie sich das Haus dr…

1532 verschlossen

Tenner war schon als Jugendlicher
verschlossen gewesen
hatte früh geheiratet
einen guten Draht zu seinen Eltern
gepflegt
und seinen Job gemacht
später hatte er Geschichten erzählt
das eine Kind hatte sich umgebracht
das andere Kind wurde krank
und wollte nichts mehr wissen
dann ging seine Frau
Tenner erzählte weiter seine Geschichten,
seine Märchen
Tenner hatte seinen Vater bewundert
aber zuhören konnte er nicht
aber er war hilfsbereit 
und zuverlässig
zur Konfirmation hatte er viele Süßigkeiten
bekommen
weil er gerne naschte

1531 fragil

wie zerbrechlich das Glück sein kann
wie fragil die Liebe
und die Gesundheit sein können
ein Flugzeugabsturz
eine Erkrankung,
die einen plötzlich schwach
schwankend und hilflos macht
ein paar schlaflose Nächte
und schon ist das Leben
aus dem Gleis
in Frage gestellt


1531 Albtraum

er war schon viel zu spät dran
er hätte schon vor einer Stunde
zur Arbeit gemusst
es war schon 17 Uhr
nun war es zu spät
Gott sei Dank
er konnte sich krank melden
eine gute Idee
ihm war schlecht
das reicht nicht,
meinte seine Freundin
außerdem habe ich Kopfschmerzen
gut
er suchte nach der Telefonnummer
seines Betriebes
fand sie aber nicht
dann versuchte er mit dem Festnetztelefon
dort anzurufen und sich krank zu melden
aber die Tastatur war so klein,
dass er die Buchstaben nicht fand
verdammte Scheiße
wo hatte er die Handy-Nummer seiner Kollegen?
sein Handy funktioniert auch irgendwie nicht
er wusste nur:
er wollte nicht zur Arbeit
er hatte keine Lust
er hatte Angst

1530 Hatschi dran gedacht?

ein Bekannter kommt mir humpelnd entgegen
er hat sich in Bremen den Fuß abgeknickt
leider über einem alten Bruch
gleich zum Unfallarzt
bei dem er noch nie vorher war
ach ja, da haben wir sie ja
hä?
dieser Orthopäde/Unfallarzt hat die Patienten
einer anderen Praxis übernommen
und bei einem der Orthopäden war
er vor Jahren in Behandlung
danach schnell zum MRT
als er mit den Ergebnissen sich
telefonisch in der Praxis meldet
sagt die Arzthelferin:
der Arzt ist schon im Urlaub
und wir schließen auch gleich
hätte der Unfallarzt nicht mitdenken können
oder ist das von einem gebildeten Facharzt
zuviel verlangt?

1529 abstrakte Kunst

Gang durch eine Kunstausstellung
der Mann hat sein Handwerk gelernt
studiert usw.
aber was sagen mir die Bilder?
was möchte mir der Künstler sagen?
ich höre keine Botschaft
ich kann nicht erkennen,
was er mir sagt
es ist wie eine Art von Realitätsverlust,
der sich dort an der Wand abspielt
das Geschehen auf der Leinwand
hat nichts, aber gar nichts mit der Realität,
mit Liebe, mit Menschen, mit ihm zu tun
es ist wie ein Autismus
eine Art nichts zu sagen
die Bilder lösen bei mir keine Emotionen aus
sie provozieren nicht
sie sind aussagelos
es nichtet das Nichts
das ist schade
ich bin mir sicher, dass dieser Künstler
etwas zu sagen hätte
warum traut er sich nicht?
warum malt er nicht über das
was ihn wirklich bewegt
und versteckt sich hinter schwarzen Flächen?

1528 In Kafkas Schloss

irgendwo in einer Bibliothek
wartete ein Lehrer darauf,
dass die Behörde endlich
seine Mail beantwortet,
die er vor sieben Jahren geschickt hat
wartet auf Konzepte und Ideen
aber die Behörde interessiert das nicht
nun hat sie ihm eine Verstärkung geschickt
eine Erzieherin, die sich weigert 
mit dem PC zu arbeiten
aber heutzutage geht in der Bibliothek
gar nichts mehr ohne Datenverarbeitung
sie sagt: ich kann gut mit Kindern
und der Kollege ärgert sich grün,
weil sie an zu schreien fängt,
wenn er von ihr verlangt,
dass sie sich erklären lässt wie die
Arbeit am PC geht
dem Lehrer sollte es egal sein
er geht in Rente
aber er fürchtet um seine Bibliothek
für die sich nicht mehr die Behörde 
interessiert
und die Kollegin auch nicht

1527 Störung

eine merkwürdige ja denkwürdige Angelegenheit
ein Passagierflugzeug deutscher Herkunft
stürzt plötzlich ab
alles Insassen sind tot
überall herrscht Trauer bis in die Regierungskreise
Trauer, Betroffenheit
unter den Passagieren über siebzig Deutsche
viele Jugendliche
das geht nahe und macht betroffen
rückt näher, wird bedrohlich
dann wird bekannt,
dass der Co-Pilot die Maschine
vorsätzlich in den Sinkflug also in den Tod
gesteuert hat
während draußen vor der Tür
der Flugkapitän verzweifelt versuchte
wieder ins Cockpit zu gelangen
was mögen die Passagiere gedacht haben
wenn der Kapitän gegen die Tür tritt
und nicht rein gelassen wird
und der Copilot soll ganz ruhig geatmet haben
was ging in diesem Mann vor sich?
Selbstmordgedanken, Psychose, bipolare Störung oder ein gekränktes, narzistisches Ego?
und draußen vor der Tür stand der Kapitän
hilflos, machtlos...
nein, der Copilot wollte seinem Leben 
ein Ende setzen, warum?
der Co-Pilot war wegen einer bipolaren Störung
krank geschrieben, also manisch-depressiv...


1526 Auf dem Weg zu Dir

"Auf dem Weg zu Dir"
einer meiner Lieblingsfilme
und es gibt diese Situation
wo der Sohn des Weinbauers
Frau Dr. Lena Seidel eine Flasche
seines besten Weines gibt
und sagt:
hier in sind alle meine Träume enthalten
und in diesem Sinne möchte ich sagen
Eleni Karaindrou Ulysses Gaze
darin sind alle meine Träume

1525 Meditation mit Musik

mal was anderes machen
sich die Musik von Eleni Karaindrou
"Ulysses Gaze" auflegen
im Ipod und mit Ohrhörern
und dann einfach atmen
zuhören, es passieren lassen
die Musik ist so zauberhaft,
wundervoll, entführend zu sich bringend
mir lief es kalt den Rücken runter
Nacken und Schultern wurden durchblutet
das ist einfach eine schöne, ruhige
und entspannende Musik
melancholisch, traurig, wunderschön
und dann sich 17 Mal wiederholende
Thema in den Variationen ist super

1524

dankbar und zufrieden sein
mit dem was man hat
und nicht immer weiter
mehr und mehr wollen
Dinge, die man nicht zwingend braucht
Dinge, die noch etwas Schönes
und etwas besser sind
und noch etwas mehr Glück versprechen
und wenn man sie hat
ist die Luft raus
Glück ist eben
dankbar zu sein
für das was man hat

1522 Karaindrou: Ulysses Gaze!!! *****

zufällig bei Amazon gefunden
eigentlich auf dem Weg zu einer
schönen CD von Kim Kashkashian
die hier auch mitspielt
seit 1975 ist für mich das Kölner Konzert
von Keith Jarrett das Absolute
.... aber das hier
dieses wunderschöne Thema
17 mal variert
das ist göttlich
einer schrieb bei Amazon
Karaindrou sei seine Heilige
ja, so wird es sein
Musik über die Zerbrechlichkeit der Welt
wunderbar, wunderschön, verzaubern
melancholisch und berührend
einzigartig, unvergesslich!!

das toppt noch das Kölner Konzert von Keith Jarrett: Karaindrou: Ulysses Gaze!!!

5 Sterne mindestens

1521 ach ja,die Schulmedizin

Schulmediziner benehmen sich häufig
wie Götter in weiß
das ist nichts Neues
mit dem Zuhören haben sie es gar nicht
und damit entgeht ihnen etwas Wichtiges
das Wahrnehmen des Patienten
der Patient wird zum Objekt gemacht
falsch!
Der Patient ist Subjekt
und dann die Sprache
dann machen wir eine Überweisung  an den HNO
dann machen wir ein MRT
usw.
Bevormundung
am Ende der Untersuchung kommt  heraus,
dass der Hausarzt auch nichts weiß
den Vorschlag des sauren Patienten
ihm doch einfach wie sein Vorgänger x
zu verschreiben, ignoriert er
die deutsche Medizin hat während der Zeit
des Faschismus schon ihre Glaubwürdigkeit verloren
Tötung von Behinderten
Zwangssterilisationen
Menschenversuche im KZ
Josef Mengele
nach dem Krieg Elekroschocks für psychisch Kranke
später Psychopharma mit schrecklichen Nebenwirkungen
mit welchem Recht blasen sich die Ärzte 
eigentlich so auf?
statt mal dem Patienten zuzuhören
dafür müssten die Gesetzlichen aber erstmal
anständige Honorare für ein Gespräch zahlen
und dann stellt sich die alte Fra…

1521 Ich stolperte über einen Stein

zu Fuß auf dem Weg ins Cafe Kafka
stolperte ich über Ernestine Liebenthal
in der Langen Straße 32
ich sah einen Stolperstein
im Pflaster und wurde an diese Jüdin
erinnert, die auch 1941 deportiert
wurde ins KZ Minsk
bewegend, rührend
ich kannte diese Frau nicht
nun bin ich nach 74 Jahren
gestern Ernestine Liebenthal begegnet
und ihrem Schicksal
auf dem Stein steht:

"Hier wohnte Ernestine Liebenthal
Jg. 1875
deportiert 1941
ermordet in
Minsk"

der Stein wurde am 12. Juni 2006 vom
Kölner Künstler Günter Demnig gesetzt
die schlichten, zehn mal zehn Zentimeter großen
Betonquader mit Messingtafel, in die mit
Hammer und Schlagbuchstaben Name,
Geburtsjahr, Todesjahr und Ort der Ermordnung
eingestanzt sind
den Opfern soll ihr Name und ihre Persönlichkeit
wieder gegeben werden

es gibt in Bremerhaven 91 Stolpersteine,
die erinnern sollen, mahnen
und eine Liste, der Paten
der guten Menschen von Bremerhaven

1517

es sollte eine Ehre für Czeslaw sein,
dass er in den Monaten
Flüchtlinge fotografieren durfte,
dass man ihm vertraute
von zuständiger Stelle
dass man ihn mitnehmen würde
in die Wohnungen und Unterkünfte,
dass er sich selbst ein Bild machen konnte
dass er diese Menschen persönlich
kennenlernen durfte
ihre Motive, ihre Biografie verstand
dass sie ihm vertrauten
für ein paar Fotos
und ja, es würde aufregend werden
und ja es würde ein neues Thema
sein in seinem Leben

1515 Kriegskinder

wenn Günther zurückdachte
an damals
hatte er die Eltern seines Vaters
gar nicht kennengelernt
sie waren wohl im Krieg umgekommen
sie sollten wohl ein Geschäft gehabt haben
in Geestemünde
sein Großvater war also Kaufmann gewesen
und schaute auf dem einen Schwarz-Weiß-Foto
ernst in die Gegend
Günthers Vater hatte noch zwei Brüder
Werner hing viele Jahre als Bild im Wohnzimmer
wenn man rein kam rechts oben über dem Ofen
dort prangte er als ehemaliger Wehrmachtssoldat
er sollte in Russland gefallen sein
der andere Bruder verunglückte
auf einem Seitenfänger
erinnerte sich Günther blass
sein Vater hatte noch zwei Schwester
die eine Hilde verstarb an Tbc
die andere war die einzige Verwandte
väterlicherseits
und manchmal hatten sie Ulrike besucht
unten im tiefen Wulsdorf
die redete schneller als ein Maschinengewehr
und ging dem kleinen Günther gehörig
auf die Nerven
später glaubte er zu wissen,
sie sei vielleicht nervenkrank gewesen
als vor einigen Jahren auch Günthers Vater
verstarb
war Schluss mit der väterlichen Linie
un…

1514

sie waren an der Weser unterwegs
und Can erzählte,
dass er bald in Rente geht
und überlegt wegzuziehen vom Steintor
es zögen immer mehr Ausländer ins Steintor
Russen, Türken usw.
das Viertel verwahrlose
und erzählte, dass eine Bekannte
auf dem Marktplatz verkauft
es käme immer mehr russische Millionäre
und erzählte von der Familie Miri,
die in Bremen stark vertreten ist
sich überall breit macht
und vor der Leute Angst haben
eine Familie mit libanesisch-türkischem Hintergrund
einige seien Serientäter
tja, meinte Bibo´
die Bremer Polizei hat schon eine Sonderkommission
eingesetzt
sie waren in Vegesack unterwegs
und Bibo registrierte die vielen Ausländer,
die ihnen entgegen  kamen
vielleicht aus dem Balkan
vielleicht from nowhere

1513

Janosz saß  in diesem
Cafe unten am Strand
sie nannten es "Schwarzer Esel"
eine große, alte Holzbaracke
wieder renoviert
an den Wänden mit abstrakten Bildern
des Künstlers Jochen Iding
Janosz stand nicht auf abstrakte Malerei,
aber da er den Künstler kannte
hatte er immer mal vor  einem
der expressionistischen Bilder gestanden
Janosz hatte noch soviel vorgehabt
und nun saß er da und genoss
die aufgehende Sonne
und es war die Weite der Nordsee
und der Wind kam durch die Tür herein
und er trank seinen schwarzen Kaffee
ja, es war schön auf die Dünen zu schauen
ein paar Leute saßen im Lokal
schon früh morgens
Henry kam herein und setzte
sich schweigend zu ihm
sah in fragend an
aber Janosz wollte nicht reden
etwas war passiert
Janosz hatte noch soviel vorgehabt
und nun  das, diese Bremse
Henryk begann von seinem Wagen zu erzählen
von der Werkstatt und wie günstig
sie gewesen war
die Kellnerin kam vorbei 
und brachte das bestellte Frühstück
ist alles o.k.? fragte sie Janosz
es war ein kalter Tag
und Janosz wurde k…

1512 back im black

es war wieder Montag
und es regnete in Jaroslaw
schon den ganzen Morgen
es war kalt und sehr windig
im "Black Coffee" hockte Janusz
und wartete auf das Nichts
Janusz wartete auf das Mittagessen
er hatte auf die Speisekarte geschaut
war aber  aus dem polnisch 
nicht recht schlau geworden
schließlich bestellte er einen Pfannkuchen
Janusz fühlte sich an diesem Morgen
irgendwie schwach
seine Herrin hatte zu ihm gesprochen
und ihm klare Anweisungen erteilt
nichtsdestotrotz beobachtete
er alle im Lokal scharf und kontrollierend
von seinem Platz am Fenster in der Ecke entsprechend
es war halb zwölf und Henryk kam herein
wie fast jeden Tag um diese Zeit
setzte sich zu ihm an den Stammtisch
na?
na, selbst!
ich bin es heute nicht, sagte Janusz
und Henryk antwortete:
na, wer bist du denn heute?
Janusz ging nicht auf ihn ein und
fragte: hast Du Jana gesehen?
nein.
hast Du etwas von Schachtschneider gesehen?
nein.
in diesem Augenblick kam Jana den Gang herunter
unübersehbar war sie sehr attraktiv
und die Männer drehten …

1511 Am Canon

Schachtschneider war etwas verwirrt
sie wusste nicht,
ob Donnerstag oder Freitag war
klar war nur eins:
es regnete auf eine merkwürdige Weise
wenn sie auf die Terrasse trat
bot sich ihr dieses gewaltige Panorama
sie hatte dieses erhabene Gefühl
und fühlte sich gleichzeitig ganz klein
sie ging hinten aus dem Hotel hinaus
und noch einmal dieser grandiosen Blick
auf die tiefen Schluchten
sie hatte sich verabredet mit diesem Mann,
den sie gestern kennengelernt hatte
aber vielleicht würde er auch nicht kommen
Männer, das war so ein Thema
die Sonne begann sie zu blenden
es war so früh am Morgen und noch kalt
hier am Canon
sie musste an ihre Zeit in Polen zurückdenken,
als sie noch in Jaroslaw gewohnt hatte
und fast jeden Tag im "Black Coffee"
zu Mittag gegessen hatte
manchmal hatte sie Henryk getroffen
und manchmal Janosz
sie hatten zusammen zu Mittag gegessen
gefrozzelt, geblödelt und small talk gemacht
sie hatte Henryk immer sehr gemocht,
auch wenn er schon älter als sie gewesen war
aber sie hatten sich gem…

1510 im "Black Coffee"

sie saßen im "Black Coffee"
Janosz, Mira und Henryk
im Ort Jaroslaw
in der ulica lubelska 9
ein unscheinbares gelbes Gebäude
zweistöckig
und Mira jammerte in diesem
langweilig langatmigen Ton
erzählte voller Trauer von ihrem Vater,
der schon viele Jahre tot war
erzählte mit klebrigen  Augen vom Neffen,
der zum dritten Mal in Warszawa operiert wird
neue Niere
vorn am Eingang kam der Arzt vom Gesundheitsamt
herein, der mit den friedhofgrauen Haaren
kam aber nicht an den Tisch zu Henryk,
sondern blieb gleich vorne hängen
und setzte sich an den Tisch Nr. 1
nahm sein Buch aus der Tasche
und legte es vor sich auf den Tisch
und Henryk vermutete,
dass er das Gejammer von Mira auch
nicht hören wollte
Janosz Gesichtsausdruck war gleichgültig ertragend
er duftete nach Gillette Rasierschaum
dann wusste Henryk was es war
es war Terre d`Hommes, eines der
tollsten Eau de Toilette der Welt
und Henryk dachte nur:
hab doch mal ein bisschen Spaß am Leben,
alte Frau
der gut duftende Janosz aber
war mit seinen Gedanken weit we…

1509 Die Moral des Islam

In Afghanistan, mitten Kabul
haben hunderte Männer eine Frau
auf eine Frau eingetreten,
die Ermordung gefilmt,
mit Holzlatten auf sie eingeschlagen
dann schleppen sie die Frau
an den nahe gelegenen Fluss
auf das trockene Flussbett
und zünden sie an
wieder wird das Mordszenario gefilmt
Polizisten stehen die ganze Zeit
dabei und schauen zu
schreiten nicht ein
was ist das für eine Religion,
die Menschen zu einer solchen
Einstellung bringt
frauenfeindlich und absolut intolerant?

1509 Unbelehrbares Israel

nun wissen wir Bescheid
er hat es klar und endlich gesagt
Israel will keine Zwei-Staaten-Lösung,
sondern das gesamte Gebiet für sich
darum zersiedeln sie es ja auch seit Jahrzehnten
das muss Konsequenzen haben
wo bleibt der Aufschrei der Welt?
das ist Öl auf die Mühlen der Hamas
und aller anderen Radikalen und Islamisten
das ist Konfrontation
das ist wie eine Kriegserklärung
und was ist mit unserer Solidarität für Palästina?
die Unterstützung des jüdischen Staates
eine deutsche Herzensangelegenheit
Staatsdoktrin und Tabu
irgendwas harkt da
irgendwas stimmt das nicht
Zeit etwas zu ändern

was würde passieren,
wenn Israel das gesamte Palästina gehören würde
naja, die Palästinenser müssten flüchten
so wie sie schon seit 1948 flüchten
vor den Juden
fort aus ihrer Heimat und dem Land das ihnen gehört

was würde passieren,
wenn Palästina den Palästinensern wieder gehörte?
die Juden müssten sich irgendwo in der Welt
ein neues Zuhause
ein neues Land
eine neue Ecke suchen
Argentinien
nun wo sie seit 1949 einen eigenen Staat h…

1508 Wehret den Anfängen

der Mann gab ein Interview 
und erklärte,
er sei  für ein Russland in den Grenzen von 1939
also nachdem Deutschland und Russland
Polen unter sich aufgeteilt hatten
der Mann hat schon in Serbien gekämpft
er hat mit anderen die Krim zurückerobert
und er kämpfte in den Reihen der Separatisten
in der Ostukraine
nun aber will er, dass Russland
sich die ganze Ukraine zurückholt
er  hat Verbindungen zum russischen Geheimdienst
man könnte nun meinen, er sei ein Spinner
ein Ultrarechter
und die Sowjetunion in den Grenzen von 1939?
ein riesiges Reich!!
aber es gibt in Russland viele Ultrarechte,
die auf Gebietserweiterung drängen
die von Neurussland reden
und das meinen was Strelkow
dem Spiegel erzählt hat


1507 Das Jenseits

hier ist das Ende der Welt,
sagte Ben laut
und stieß mit dem Spaten
ein tiefes Loch in die Erde
bedenklich begann der Zaun zu wackeln
bist du sicher? fragte Anne
und Ben meinte trotzig:
da wo ich bin ist das Ende der Welt
wo ich bin ist die Grenze zum Jenseits
gerade wollte sie spontan lostrompeten,
er sei wohl meschugge
da entdeckte sie noch seinen  Gesichtsausdruck
diesen merkwürdig mystischen Ausdruck
und in diesem Augenblick
tat sich jenseits des Zaunes
mit Blitz, Donner und einer haushohen Flutwelle
das Jenseits auf
eine Feuerwalze raste auf sie zu
Ben aber grinste selbstgefällig 
und meinte nur cool:
hab ich doch gesagt,
da wo ich bin...

1505 Hilflos

Harrison stand auf einer weißen Fläche,
besser auf einer weißen Ebene
wie am unteren Rand eines Gletschers
nach links schien ein Gebirge zu stehen,
er war sich aber nicht sicher
nach rechts rüber lag ein Geröllfeld,
das unter Eiswasser stand und gefährlich
wirkte
Harrison empfand eine lähmende Schwäche
im Kopf und er fragte sich,
was los war
vielleicht befand er sich in Südisland
an der Küste, wo die Fischdampfer
in der gefährlichen Brandung untergegangen waren
damals
vor ihm lag Sumpf, Lavasand und eiskaltes,
strömendes Gletscherwasser
er versuchte sich zu bewegen,
aber eine unglaubliche Schwere hinderte ihn
weit und breit war niemand
und wusste nicht wie er hier hin gekommen war
orientierungslos
dann sprach seine innere Stimme zu ihm:
du, Memme!
riesige, menschenleere Sandflächen
schier endlose Schotterebenen,
die die Gletscher zu ihren Füßen abgelegt hatten...

1504

Irgendwie kamen wir auf Kairo
und ich erzählte von meinem Buch,
dass in Kairo spielt
"Am Strom"
und sie sagte, sie war schon oft in Kairo
und dann plötzlich erzählte sie,
dass ihre Schwiegereltern mit einem Schiff
vor Tunis liegen
und fast am Landgang teilgenommen
und vom Attentat getötet worden wären
sie hätten die halbe Nacht gesimst

1503

auf gleicher Augenhöhe verhandeln
mit dem Arzt, dem Chef, dem Mächtigen
der Mächtige kennt keine Augenhöhe
der Mächtige kennt nur eins,
dass er im Recht ist,
weil er die Macht hat
und bestimmen kann
der Mächtige reagiert mit Ärger,
weil er kein Verständnis für Sperenzchen hat
der Mächtige braucht kein Verständnis
er ist per Macht im Recht


1502 Gimme shelter

mein Gott, nun hab dich doch nicht so das wird schon
reg dich nicht so auf
um die kümmert sich schon jemand
was geht uns das an?
ja, das ist wirklich die Frage
wer kümmert sich eigentlich
um die Flüchtlinge aus Afghanistan,
Syrien und dem Irak,
die seit einiger Zeit hier 
untergebracht sind, hier wohnen
beim Landkreis gibt es Zuständige
bei der Ausländerpolizei, für die Wohnunterbringung
und die Stadt 
hat eine Migrationsbeauftragte  
die kümmert sich um die Unterbringung
der Asylbewerber
vor ein paar Wochen hat sich eine Initiative gegründet
um die Flüchtlinge zu unterstützen
einem Aufruf in der NZ waren mehrere gefolgt
und hatten sich getroffen
hatten beraten, überlegt und beschlossen
die Initiative wird von der Bürgermeisterin unterstützt
ich habe die Idee eines Fotoprojekts mit Flüchtlingen
vielleicht unter dem Motto
"Über sieben Brücken musst du gehen" oder
"Die Würde des Menschen ist unantastbar"
ich bin im Gespräch mit Leuten....
Und das Thema der Ausstellung könnte auch heißen
Gimme sh…

1501

In Frankfurt wird die neue Zentrale der EZB
eingeweiht und parallel dazu
gibt es Demonstrationen von Menschen,
die gegen die Troika in Griechenland
die europäische Politik der EZB demonstrieren
allerdings scheint bei ihnen das Gerechtigkeitsgefühl
durchzuknallen,
denn die EZB für die griechische Krise verantwortlich
zu machen ist Hohn
verdreht Ursache und Wirkung
dazu kommt, dass sich die Demonstranten
mit einer derartigen Gewalteskalation
selbst unglaubwürdig machen
brennende Polizeiautos, verletzte Polizisten
das geht gar nicht
diese Leute sehen 10.000 Polizisten,
Wasserwerfer und Polizei-Hubschrauber
und fühlen sich provoziert
glauben, dass sie nun das Recht haben
selbst Gewalt anzuwenden
andererseits sollten diese Demonstrationen
darin erinnern, dass es in Europa viele Menschen
gibt, an denen der Wohlstand vorbeigeht,
die davon ausgeschlossen sind,
die keine Perspektive für ihr Leben sehen
wie Millionen junge Arbeitslose
ein Anlass zur Nachdenklichkeit

1496 Tag der Achtsamkeit

nach der Niederlage von gestern
geht es heute wieder steil aufwärts
mit zwei Fotoprojekten
und der Aussicht auf zwei Foto-Ausstellungen
vorgestern 18.000 Schritte
gestern 90 Minuten Walking mit der Gruppe
heute gäbe es einiges zu erledigen:
Müll sammeln vor der Tür
zum Bäcker und Brote kaufen
zur Kunsthandlung und Kostenvoranschläge einholen
oder einen Tag der Achtsamkeit einlegen
begonnen mit einer 22 minütigen Meditation
schaffe ich das?
wie sagt Thich Nath Hanh so schön:
achtsam leben
langsam werde
und jeden Schritt und jeden Atemzug 
genießen

1487

und immer wieder fällt er zurück
in alte Gewohnheiten,
die heißen erledigen
irgendwohin wollen
die Zukunft planen 
immer weg aus dem schönen Hier
wie auf der Flucht 
vor dem Genießen
dabei wäre es doch so einfach

1499 Klaus kommt nicht mehr

man hatte gelästert,
als er nicht mehr kam
hatte ihm vorgeworfen,
er ließe sich von seinem Bruder
unterdrücken
aber dann blieb Klaus wirklich weg
kam Sonntags nicht mehr zum Mittagessen
und abends nicht mehr zu John zum Abendessen
John sagte, es sei ihm egal
Klaus war in diesem Haus fast 70 Jahre
ein und ausgegangen
wie ein Bruder,
der kein eigenes Zuhause hatte
und zugegeben, ich fand Klaus schwierig
verschlossen, grummelig, wie ein Grandler
ein verwöhnter Junggeselle
einer, der das  Maul nicht aufkriegte
von dem man keine Antwort bekam
und dann konnte er nicht mal richtig essen
hing mit dem Kopf über dem Teller
es schien ihn keiner zu vermissen
aber sein Platz am Tisch ist leer
und irgendwie gehörte er dazu
und irgendwie fehlt er doch
hat ihn jemand aus dem Haus geekelt?

1498 Am Strom

seit Wochen bin ich mit Thomas Mach
in Kairo unterwegs
im schmutzigen, dreckigen, armen Kairo
mit Thomas Mach,
der innere Stimmen hört,
der unter Wahrnehmungsproblemen leidet,
der irgendwie anders,
ein bisschen verrückt ist
Thomas Mach die Hauptfigur
in Gerhard Roths Buch "Am Strom"
quäle ich mich Seite für Seite voran
es macht keinen Spaß