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Es werden Posts vom Juli, 2015 angezeigt.

2214/158 Die alte Bananenkaje soll restauriert werden

damals standen da noch die Bananenschuppen
und damals war dort auch die Spedition Meyer
tätig
an der Bananenkaje...
lang ist es  her
vor einigen Jahren..2005
lag die MS Norway an der Bananenpier
siehe Foto unten
lang lang ist es her
die spielte sogar eine Rolle in meinem Krimi
lang lang ist es her
nun soll die Bananenkaje saniert werden
sie ist 838 Meter lang
 wahrscheinlich wird es 46 Millionen Euro kosten
damit die Lloydwerft ein Schwimmdock legen kann
damit die geplanten Luxuxschiffe dort
gebaut werden können



2213/113 Olle Kähne und olle Schuppen

es gibt nicht mehr viele Stellen in Bremerhaven,
wo man alte marode Schiffe findet,
die irgendwie etwas haben,
das sich zu fotografieren lohnt
das meiste kenne ich schon
aber hin und wieder-
und heute war ich zu Fuß unterwegs-
stolpere ich über olle Kähne
























2212/92 Haus hinterm Deich

In der Nähe des Hafens "port de pêche"
lag dieser Fischimbiss
in dem ich essen gehe
manchmal
neben mir saß ein älteres Paar
zuerst schüchtern und zurückhaltend
dann erzählend,
dass sie aus Schleswig-Holstein stammen
dort in Marne ein Haus hinterm dem Deich hatten
er war Ingenieur und musste mit 55 in Rente
immer wieder mussten sie umziehen,
weil er seine Arbeit verloren hatte
nachdem die Kinder aus dem Haus waren,
wurde das Haus zu groß
55 Meter Hecke an einer Front
nun  wohnen sie in Lehe
vorher in Spaden
eine nette Unterhaltung
er fuhr auch acht Jahre zur See
dann stehen sie auf und gehen
er kommt kaum hoch
braucht einen Rollator..

2211/51 Cafe Kafka

Anna aus Boston wanderte am Strand
als sie das Cafe Kafka dort entdeckte,
ging hinein
und stieß auf Frau Dr. Lena Seidel,
die grade vergeblich versucht hatte
den Weinbauern Vogt über den Tisch zu ziehen
aber sie hatte sich verliebt
in Steffen,
den etwas muffeligen, eigensinnigen Sohn
Anna aus Boston meinte:
ich brauche ein Taxi nach Dublin
und alle lachte im Cafe
die beiden Frauen setzten sich an einen Fensterplatz
an diesem Tisch saß ein alter Mann,
der etwas Unverständliches brummelte,
dass sich anhörte wie ein Text aus Finnegans Wake
es war James Joyce
die Tür ging auf und "Genesis" kamen herein
sie sangen: follow me, follow you
und setzten sich links an einen Tisch
grüßten mit einem englischen "High"
die Stones, die am Nachbartisch saßen und soffen
ich saß mittendrin und freute mich
in diesem Augenblick setzte sich Keith Jarrett
ans Klavier und spielte ein wundervolles
Kölner Konzert
es wurde still, sehr still
mit Tränen in den Augen stand Eleni Karaindrou
in der Tür, umarmt von Jan Garba…

2210 Land unter

heute hat der Stadtrat in der örtlichen Presse
Land unter gemeldet
bei der Unterbringung von Asylbewerbern
sie finden einfach keine Häuser
und Hotels mehr,
die einigermaßen bezahlbar sind
ich wusste das schon länger
aus gewissen Quellen

2208/127 Regeln

Jamal sagte:
die jungen Leute haben keinen Respekt mehr
denen müsste man mal eine langen
das war früher ganz anders
jaja früher, sagte ich ironisch
da war alles besser
und ich erzählte, wie unser Grundschullehrer
damals in den 50er Jahren mit Lineal und 
Schlüsselbund geschmissen hatte
und einen Schüler vor versammelter Klasse
geschlagen hatte
und ich meinte dann,
das haben wir 68er  mit unserer antiautoritären
Erziehung verbockt
das Kind weiß was gut ist
das Kind kann alles selbst entscheiden
und Jamal antwortete:
das ist auch nicht gut, keine Grenzen
und ich sagte:
ich finde, man muss dem Kind Mut machen,
für es da sein und Grenzen setzen
das Kind muss die Spielregeln kennen


2207/53 Cafe Koks

es herrschte in St. Marie de la Pierre
ein Wetter der Ungewissheit
Tom wusste nicht, ob er ihm trauen konnte
das "Cafe Koks" saß nicht voller Leute
einsam vorne am Türeingang hockte Monika,
sie sprach laut über ihre Urlaubspläne:
ja, wir wollen nach Berlin, Wien und Venedig
wie interessant, meinte Tom
sie sah ihn an
er war ein gut aussehender Mann,
und sie mochte ihn
ja, mit Dir würde ich auch in die Toscana fliegen
Tom: ich habe Flugangst, und grinste
Monika: ich würde es mit dir auch im Bus machen
soso, meinte Tom
14 Stunden im Bus, da kriege ich Trombose
und Platzangst
sie stand auf und ging langsam auf ihn zu,
lachte ihn an mit ihrem ganzen Charm
und ihrer jugendlichen Schönheit
Monika war gerade 18 Jahre alt geworden
und sie wollte es wissen
wie es in der Welt zugeht
Tom meinte dann: ich habe schon jemand,
mit dem ich in Urlaub fahre
in diesem Augenblick kam die rothaarige,
atemberaubende Anna um die Ecke
hautenge Jeans, hautenge Bluse
alles war dazu angetan einen Mann atemlos zu
machen, ihn zu ver…

2206/24 Zustrom von Asylbewerbern

der Zustrom von Flüchtlingen aus Afrika
aus Asien und aus dem Nahen Osten
nimmt bedrohliche Formen an
überfordert Kommunen, Länder und den Bund
die Regierung will sich das nicht eingestehen
wir können die Welt nicht retten
es sind vor allem islamische Länder wie
Afghanistan, Irak, Iran, Mali, Syrien, Lybien
und der Libanon aus dem Menschen kommen
von Schlepperbanden hergebracht
der Zustrom muss gestoppt werden
die Grenzen müssen dicht gemacht werden
auch wenn das keiner hören will
der Widerstand im Land von rechts wächst
der Westen muss sich Gedanken machen
wie er diesen Ländern helfen kann
der krisenhafte Irak ist der Fehler der USA
vorher war der Irak stabil
die Probleme der Flüchtenden müssen dort
gelöst werden- nicht hier
wollen wir das ganze absaufende, verarmte
Afrika aufnehmen
so geht das nicht
andre Länder wie Dänemark, Ungarn, Frankreich usw
haben eine rigorosere Politik der Abgrenzung
wir  müssen umdenken

2205/171 Lloydwerft

Der Bremer Senat hat grünes Licht gegeben
für die Renovierung der Kaje bei
der Lloyd Werft
eine wichtige Voraussetzung für den Bau
der fünf Luxuskreuzfahrtschiffe
und einer Investition des asiatischen Investors
und wird es klappen?
wird es klappen, dass die Lloyd Werft
einer der profiliertesten Werftstandorte
weltweit für Luxus-Kreuzfahrtschiffe wird?
am besten gleich nach der Meyer-Werft
das wäre es doch für Bremerhaven...


Die Lloyd Werft Bremerhaven AG wird für Crystal Cruises drei neue außergewöhnliche und luxuriöse Kreuzfahrtschiffe der "Exclusive Crystal Class" und zwei extrem hochwertige Flusskreuzfahrtschiffe für Crystals neue Marke Crystal River Cruises bauen.( aus einer Presseerklärung)

2204/127 Flüchtlinge

Die Abendnachrichten des zdf bringen
es jeden Abend brühwarm, dramatisch auf den Tisch
von allen Seiten Flüchtlinge
aus allen Ländern Flüchtlinge
Asylbewerber und Zeltlager überall
keine Wohnung mehr, aber Kasernen
von überall über die Grenzen kommen
die Asylbewerber in der Hoffnung
auf ein besseres Leben
ohne Krieg, ohne Terror und Verfolgung
in der Hoffnung aus Schutz
in der Hoffnung auf Arbeit und Wohlstand
schafft Deutschland das noch?
viele Kommunen haben weder Unterkünfte
noch das Geld soviele Flüchtlinge zu versorgen
dort wo Containerdörfer, Massenunterkünfte stehen
werden sie teilweise angefeindet
von Rechten, Nazis und Ängstlingen
wie soll das weitergehen?
andere Länder wie Dänemark üben sich offen
in Fremdenfeindlichkeit
für die Balkonflüchtlinge müssen die Grenzen dicht
gemacht werden
und die Armutsflüchtlinge aus Afrika werden wir
sicherlich auch nicht alle aufnehmen können
ein Einwanderungsgesetz ist eine gute Sache
Deutschland braucht Einwanderung
von qualifizieren Fachkräften
was ist mit den Analp…

2203/93 Cafe Koks

Vielleicht war es die Fahrt durch ein Frusttal
es war nicht so schön
so viele unangenehme Dinge zu hören
wie früher
der  Kampf mit den Telekommunikationanbietern
der Kampf mit Vorgesetzten und Kollegen
der Kampf mit Klienten
Erfolge sind nicht sichtbar
man muss weiter machen
auch wenn man keine Lust mehr hat
wenn alles ziemlich sinnlos erscheint
wir saßen mit Kommissar Kammeier
und Simone Schwarzkopf zusammen
zum Mittagessen im Cafe Koks
im Dünengebiet landeinwärts
sie hatten viel zu erzählen
leider nichts Gutes
die Arbeit der Mordkommission Vandenburg
war schwer und frustig
Kammeier schien nicht mehr die Loyalität
zu besitzen wie früher
er wirkte überlastet und kraftlos
zwar  hatten sie vor kurzem erst einen Erfolg gehabt
sie hatten einen Serienmörder zur Strecke gebracht,
aber sonst war nichts mehr wie früher
und doch alles wie früher
Kriminaldirektor Hemme wurde von allen Seiten
kritisiert
wir bestellten uns Suppe, und während dessen
war ziemlich Unruhe im Laden
die behinderten Mitarbeiter waren überfordert
nich…

2202/61

das Auffälligste an ihr war,
dass sie magersüchtig aussah
wirklich sehr schlank 
und gerne schwarz trug
manchmal auch rot
sie hatte einen guten Geschmack
es war ihr wichtig fit zu bleiben
also betrieb sie Sport und fuhr Rad
als gesellig konnte man sie nicht bezeichnen
Eleonore hatte eine Neigung zur Überheblichkeit
sie mochte kein Fleisch
und bezeichnete sich wahrscheinlich
als Vegetarierin
vielleicht auch als Veganerin
insofern war sie unauffällig auffällig
sie fiel nicht dadurch auf,
dass sie sich für andere Menschen interessierte



2201/

damals schon war Louis Marseille
bei der Musik von Saga
mit seinem roten Jaguar E
über die Alpen geflogen
in die Toskana
in den Ort
wo er mit ihr glücklich war
und dieser Flug war das tolle
berauschende

2200/23

Er hatte viele Jahre im Amt gearbeitet,
war beliebt gewesen wegen seiner Sprüche
und seiner Menschlichkeit
mit den Frauen hatte er kein Glück
er war schon lange in Rente
hin und wieder rief er an
oder kam vorbei
dann beim letzten Anruf sagte er
es gehe ihm nicht gut
die nächste Nachricht war:
er hatte multiples Organversagen
lag vier Wochen auf der Intensivstation
weil er keine Patientenverfügung hatte
und auch keine Vollmacht,
wer ihn vertreten soll
nun geht er in die Reha...

2199/201 Haus Dresdner Bank Ecke Lange Straße

in jenem alten Haus der Dresdner Bank
von 1914 an der Ecke Langestraße
war ich einige Jahre beruflich tätig
wir hatten unser Büro im 2. Stock
das alte Haus hat einen alten Fahrstuhl
und jeden Tag kamen die Klienten,
weil sie Hilfe brauchten
eines Tages war eine Frau Schmock
bei mir gewesen und plötzlich hörte ich
ein Geschrei aus dem Treppenhaus
genauer aus dem Fahrstuhl:
Herr Müller, Hilfe, Hilfe!!
uns war sofort klar,
Frau Schmock hing im Fahrstuhl fest
ich rannte nach ganz oben
und bat den irakischen Ingenieur
am Handrad zu drehen
und den Fahrstuhl auf Position zu bringen
was eine Weil dauerte.
als ich nach unten kam
war Frau Schmock weg.

2198/167 wieder in Kafkas Schloss

wenn man mit dem Amerikaner sprach
kam es einem vor
als sei man in Kafkas Schloss
auch dieses Mal am Telefon
erzählte er,
verdichtend und verkomplizierend
wie schwierig es sei
in Deutschland seine Rente zu bekommen
die warten noch auf seine Zeiten aus den USA
die VBL gibt erst einen Bescheid raus,
wenn die Hauptrente klar ist
die Hauptrente kann aber erst berechnet werden,
wenn klar ist,
welchen Beitrag die Krankenkasse ausgerechnet hat,
da er 9/10 seiner Lehrerzeit
freiwillig krankenversichert war
eines hängt vom anderen ab
er aber macht daraus eine Geschichte
als könne man nichts sagen
als wisse niemand etwas
und keiner könne etwas erkennen
alles sei irgendwie irrational und unbegreiflich
ja schleierhaft
und das liegt natürlich an diesem Staat


2196/134 Weltuntergang

seit Sonntag Nacht regnet es
fast unaufhörlich
und schon den ganzen Morgen
und manchmal legt der Regen
noch  einen Zacken zu
Schuhe nass, Hose nass und Jacke
trotz Regenschirm
auf dem Fußweg stehen die Pfützen
auf der Straße bilden sich Seen
und auf dem Wiesengrundstück werden
die Seen größer
es regnet weiter wie Weltuntergang
ohne Ende
immer weiter
als Strafe für das vorige Leben
als Strafe für alle Sünden
und es pisst und pisst und hört nicht auf
trockene Schuhe an die Tür stellen
um 19 Uhr soll der Regen aufhören
na!
ist das die Klimakatastrophe?

2195/114 Stieglitz

es hatte wieder die ganze Nacht geregnet
und am Morgen ging es weiter
Regen, Regen, Regen
natürlich von oben nach unten
Stieglitz ging mit dem Regenschirm los
zum Getränkemarkt um ein Päckchen abzuholen,
das Amazon geschickt hatte
danke schön, sagte er zu Herrn B.
Zuhause angekommen schaute er aus dem Fenster,
las in seinem Buch und
schaute aus dem Fenster
es regnete wie Weltuntergang
immer weiter und weiter
dann telefonierte er mit einem Mann
und verabredete sich für den nächsten Tag
zum Mittagessen
Stieglitz Ehefrau rief an
dann versuchte er seine Mutter anzurufen
und landete bei einem Freund...
und es regnete weiter
man hörte das Rauschen des Regens im Wohnzimmer
und Stieglitz bewegte sich langsam
langsamer als langsam,
weil ihm klar geworden war,
dass nur in der Langsamkeit
der Genuss des Lebens und des Augenblicks steckt
dabei atmete er konzentriert
drüben auf der Wiese bildeten sich die ersten Pfützen
Stieglitz erkannte,
dass das Geheimnis der rechten Lebensweise ist,
langsamer zu werden
und den Atem und den …

2193/44

Paul drehte sich im Kreis seine kranken Gedanken fanden keinen Ausgang keine Lösung er konnte nicht loslassen einfach den Dingen ihren Lauf lassen es würde schon werden alles würde gut werden er konnte nicht loslassen sich auf seinen Atem konzentrieren und etwas Anderes tun er war nicht fähig auszusteigen aus dem Gedankenkarussel tief Luft holen, sagte sich Georg aber es klappte nicht ich könnte es mit Achtsamkeit versuchen, dachte Georg alles langsam und ganz bewusst machen immer wieder zurück zum Atem und?

2192/258 Morgendliche Übung

wenn der Pariser morgens aufstand war er meistens schlecht drauf nicht wegen der Drogen, die er immer wieder nahm er vertraute wohl niemand war irgendwie wurzellos dann kam sein türkischer Betreuer vorbei und machte Motivationsübungen mit ihm ich dachte, vielleicht betet er mit ihm oder spricht ihm laut vor, was richtig und gut ist der Kollege machte ihm Mut brachte ihn auf eine positive Spur

2191/167 Kommissar Kammeier

da stand er an der Straße und schaute
mit gierigem Blick
auf den langsam vorbeifahrenden silbergrauen
323i BMW
ein leise Zittern ging durch den alten Mann
der da stand an der Straße
in seiner alten, abgewetzten grünen Barbourjacke
mit seiner grünen Barbour Ledermütze
und den getragen Jeans
und er hatte Lloyd-Business-Schuhe an
gierig ja süchtig verschlang er den 3er BMW
und schob seine Lindberg-Brille zurecht
schließlich bewegte sich Kommissar Kammeier
mit einem leisen Stöhnen des Verzichtes
weiter auf der Straße
warf dem Silbergrauen noch einen sehnsuchtsvollen
Blick hinterher
ach ja, wie schön wäre es
dachte der Alte,
der schon lange in Pension war


2190/93 Lloydwerft

Es war einmal eine Werft,
die wollte das fliegen lernen
also begann man zu träumen
lernte einen Asiaten kennen,
der sehr viel Geld hatte 
und der sagte:
Ihr habt den Schiffbau im Blut
bei euch bestelle ich Luxusschiffe
und bei Euch steige ich ein,
damit ihr ein neues Schwimmdock kaufen könnt
die alten Bremerhaven freuten sich
sie begannen zu träumen
von alten Zeiten und neuen Zeiten
wie wäre das wenn?
und diese Werft nannte sich Lloydwerft
sie hatte Erfahrungen mit Luxusyachten
und Kreuzfahrtschiffen
und nun träumen wir weiter
und wünschen uns,
dass der Traum von Herrn Petram
und vielen anderen Wirklichkeit wird

2189/72

ich habe sie in meinem Leben
vielleicht dreimal gesehen
einmal besuchten Chick und ich
sie in ihrem Holzhaus in Wremen
später trafen wir sie auf einem Basar
der Lebenshilfe oder war es in Debstedt
auf dem Weihnachtsmarkt
um Louisa rankten sich die Geschichten
der Familie McCoy
wie sie damals den Grafen gequält hatte
wie ihre Beziehung in die Brüche ging
Louisa dabei immer irgendwie exzentrisch,
auffällig und ungewöhnlich
später hieß es,
sie sei zu Geld gekommen, vermögend
dann noch später litt sie an einer Psychose
und drehte ziemlich am Rad
sollte einen Betreuer bekommen haben
dann hörte man nur noch Krankengeschichten
über Louisa, die wohl nie richtig glücklich war
heute Abend wollten der Graf und Chick
sie besuchen
weil es hieß, sie läge im Sterben
letzte Nacht ist sie im Krankenhaus verstorben

2188

fast mit Tränen in den Augen erzählte
Frieda,
dass der Dicke im Rollstuhl gestern
die ältere Frau da vorne,
die immer mit dem Kopf wackelt
angefahren hatte,
sie solle aufhören mit dem Kopf zu wackeln
Frieda fand dieses Benehmen empörend
und ich sagte zu ihr:
das ist typisch für Alkoholiker
sie versaufen nicht nur ihr Hirn
sie verlieren auch das Gefühl für
andere Menschen
ihnen geht das Taktgefühl,
das Gefühl für die Grenzen anderer
verloren
man muss ihnen Grenzen setzen

2187/62 Der Rentner

je älter Mick wurde
umso mehr verlor er die Kontrolle
über sein Leben
dabei hatte er Vorstellungen und Prinzipien
er arbeitete die Dinge, die gemacht werden mussten
strukturiert und geordnet ab
schrieb Briefe für Judy und sich
stritt sich mit Anwälten
besuchte seine Mutter im Heim
und wenn er sich dann nach dem Mittagsschlaf
hinsetzte und sein Buch nahm
und nichts mehr vorhatte am Nachmittag
hatte er dieses unverzeihliche Gefühl
von Schwammigkeit, Kontrollverlust und Leere
er wusste, er würde später seinen Spaziergang machen
er wusste, er hatte alles erledigt
die Wohnung gelüftet und gemoppt
seine Sportpensum erledigt
seine Morgen-Meditation gemacht
das war alles gut
aber Leistung hatte er keine mehr gebracht
es gab nichts zum Abrechnen
es gab nichts mehr zu erledigen
er hatte frei
dabei hatte er gar nicht so gut geschlafen
fühlte wenig Energie
und es regnete fast den ganzen Tag
Mick Shagger beobachtete die Sonne
wie sie  heraus kam und wieder verschwand

2186

man hatte ihn gewarnt
vor vielen Jahren
ein Fehler könne tödlich sein
Philippe hat sein Bestes gegeben
und mehr, praktisch alles
aber das war nicht genug
ihm war dieser Fehler unterlaufen
und die Mafia hatte zugeschlagen
gnadenlos zugeschlagen
man hatte ihn an den Pranger gestellt
hatte ihn bedroht
subtil, heimlich, verschworen
die Sache lief nun schon lange
und der Pate hatte ein Auge auf ihn
Philippe sollte büßen 
auch nach vielen Jahren noch
man ließ ihn schmoren
in Ungewissheit wie die Strafe ausfallen würde
der Pate hatte zuerst an Steinigung gedacht,
aber dann war man auf den Hungerturm gekommen
aber all das war nicht das Richtige
man wollte ihn von oben schmoren 
und leiden sehen in Ungewissheit
Philippe Gonzalez hoffte auf Besserung,
dass man ihn davon kommen ließ


2185 Stäufesant

es  hatte die ganze Nacht geregnet
der Freitag begann grau in grau
und es regnete weiter
den ganzen Tag
Stuyfesant versuchte im Chaos Herr zu werden
mitten in der Panik und im Gewitter
arbeitete er weiter strukturiert
an der Betrugssache 15/7
Stuyfesant hatte seine Briefe geschrieben
am Morgen übergab er diese an einem geheimen Ort
eine gute Stunde später meldete sich sein Smartphone
die Organisation hatte reagiert
man wusste nun Bescheid
man würde sich kümmern
er solle sich keine Gedanken machen
die Organisation hatte dem Paten Mitteilung gemacht
und Stuyfesant hatte einen Termin
zwecks Absprache des weiteren Vorgehens
mit Ernte 22, Marllbouro und F15
nun konnte es nur noch gut werden
es regnete weiter, aber das war Stäufesandt wurscht



2184/15 Cornwall

wir waren damals zu viert nach England
gefahren
hatten in Calais mit dem Lada gestanden
noch eine Pause gemacht
bevor wir auf die Autofähre fuhren
ich fuhr den Wagen schon mal auf die Fähre
kam wieder runter um dann gemeinsam
mit anderen Drei auf die Fähre zu gehen
zu Fuß
wir waren schon im Ärmelkanal
als jemand etwas aus dem Lada haben wollte
aber der Lada war nicht da
der Lada war nicht an Bord
hatten wir die Fähre verwechselt?
da hatten zwei blaugleiche Fähren gelegen
wir gingen zum Kapitän um ihn zu fragen,
ob er umkehren könne,
mein Lada sei auf der anderen Fähre
wie peinlich und dumm
als wir Dover ankamen ohne Papiere
und ohne Auto 
wurde es richtig stressig
mit der Eisenbahn fuhren wir in den nächsten Hafen
wo gerade der Lada entladen wurde...
Gott sei Dank
später bewohnten wir in Mullion ein kleines Haus
im man baden konnte,
wenn man vorher Münzen eingeworfen hatte
wenn die Münze aufgebraucht war
saß man in der kalten Badewanne...

2183/12

Im Gegensatz zu anderen Leuten
war Randolf nie dadurch aufgefallen,
dass er ausgeprägte Wünsche nach Freunden hatte
er hatte einen Freund aus der Jugendzeit
der studiert hatte
und einen guten Job in der Computerbranche
gefunden hatte
hatte seinen Doktor gemacht
aber die Freundschaft verlief doch recht 
distanziert
Randolf litt Jahre unter Angststörungen
bis er seine Frau Cher fand
seitdem lebten sie glücklich zusammen
sie waren sich genug
und fielen nicht durch Geselligkeit auf
Cher ging nicht alleine aus dem Haus
sie ging nicht ans Telefon
und sie öffnete auch nicht die Wohnungstür
man sah sie nur zusammen

2182/326 the goddes of music

Seit 1975 war das Kölner Konzert
von Keith Jarrett für mich das 
Maß aller Dinge
es stand auf Top 1 meiner Lieblingliste
seit Monaten gibt es eine Komponistin
aus Griechenland, die mit ihrer Filmmusik
die Musik meines Gottes Keith Jarrett topt
hier meine Geheimtips:
Eleni Karaindrou- The weeping meadow, ECM
Eleni Karaindrou-Concert in Athens,ECM
(mit der göttlichen Kim Kashkashian
 und dem wunderbaren Jan Garbarek)
Eleni Karaindrou- Ulysses Gaze, ECM

2181/237 Spaziergang im Fischereihafen

Von der "Seelust", die zur Deutschen Sportmarine
gehört zu Fuß zum Seitenfänger "Gera" und weiter zur
"Line Hinsch" beim Schaufenster Fischereihafen
dann auf der Kohlenpier unterwegs, wo früher die
Fischdampfer lagen...


 Pansonic Lumix 100  1/80s f/16.0 ISO 200
   ich mag solche alten maroden Schiffe...







wehmütige Erinnerungen an alte Fischdampfer, wenn sie von     Island wieder kamen...



2180/57 Chester nach dem Sturm

Tage lang hatte sich Chester 
mit Grübeln und Ängstigen beschäftigt
hatte sich in Trotz und Verweigerung geübt
hatte sich im Kreis der Angst gedreht
nach Lösungen gesucht 
und keine gefunden
am Tag vorher hatte er noch gedacht:
Angst fressen Seele auf
bis er am Morgen des Sturmes
den Entschluss fasste seinem Feind zu schreiben
Chester setzte sich hin und schrieb
und plötzlich machte sich ein wunderbares,
ja geniales Gefühl des Sieges in ihm breit
ja, er hatte die Lösung
er musste etwas tun

2179/35

Ich grüße meine Leser
aus den Vereinigten Staaten,
Russland und der Ukraine,
Polen und Frankreich,
Slowenien und dem Vereinigten Königreich,
Portugal und den Niederlanden,
Marokko und Kolumbien.

Danke

Peter Müller

2178 Ummi und Mummi

über Nacht war die Welt fast untergegangen
es hatte ein Sturm hinter dem Haus geherrscht,
dass Ummi dachte,
jeden Augenblick knicken die großen Bäume um
und fallen aufs Dach
Schluss aus
die ganze Nacht machte der Sturm Krach
Ummi musste das Fenster schließen
Klimakatastrophe, sagte Mummi
das ist die Strafe vom lieben Gott
das kommt davon
weil ihr Auto fahrt und die Welt vergiftet
mit rauchen und Auto fahren
Ummi hatte in den letzten Jahren  beobachtet,
dass es hier in St. Marie de la Mer häufiger
windig und stürmisch war
das Wetter hatte sich verändert
und wenn er morgens aufstand herrschte hohe
Luftfeuchtigkeit
war das früher auch so gewesen?
früher hatte Ummi gearbeitet
und den Kopf voll gehabt
das stürmische Wetter hielt auch am Morgen an

2177/440 mehr trinken

der Hausarzt hatte zu Patterton gesagt:
sie müssen mehr trinken
das tat Patterton dann auch
mit dem Mineralwasser spülte er
seine Probleme im Kopf hinunter
und später auf dem Clo beobachtete er
wie er mit dem Urin seine Sorgen,
die schlechte und bösen Gedanken
hinunterspülte

2176/381 Nicht einsam

irgendwie stand sie vor ihrer Wohnungstür
eine alte nette Frau,
die ich selten sehe,
weil ich dort selten im Haus bin
wir schauten sie an:
wie geht es ihnen?
und sie begann zu erzählen,
dass ihre Kinder ihr nun einen Rollator
angeschnackt haben- der stehe unten
sie könne nicht mehr gut gehen
müsse dauernd stehen bleiben und
Luft holen
sie bekomme im Krankenhaus
Tiefenbestrahlung für ihre Knie
da fahre sie mit dem Bus hin
und ihre braunen Flecken auf dem Rücken
seien zwar harmlos, aber noch mehr geworden
das Alter- meinte sie
sie zog ihr Hemd hoch und zeigte die Flecken
ich kam nicht zu Wort
und sie hörte mir auch nicht zu
so ging ich dann langsam davon
die Alten und die Einsamen
einmal in der Woche fährt sie zum Tanzen
und in der Stadt sehen wir sie mit anderen Alten
zusammen an der Bushaltestelle stehen
Nicole meint, sie sei nicht einsam
so kann ich mich irren

2175/283 rechtsfreie Räume

in einem internen Duisburger Polizeibericht
wird davon gesprochen,
dass es in Duisburg, aber auch in Berlin
rechtsfreie Räume gibt
es werden Beispiele genannt,
dass sich Polizisten in bestimmte Viertel
oder Straßenzüge nicht mehr trauen können,
ohne richtig Stress zu kriegen
sie können da nicht als Polizisten agieren,
weil dann sehr schnell 40-50 junge Männer
gemeint sind hier Migranten
auf der Matte stehen und drohen
Banden würden ganze Straßenzüge für sich
reklamieren
Geschäftsleute werden eingeschüchtert und
schweigen aus Angst
Straßenbahnlinien werden von Menschen nachts
als Angstträume wahrgenommen
vor allem weibliche Polizeibeamtinnen sehen sich
hoher Aggressivität und Respektlosigkeit gegenüber
der Begriff rechtsfreier Raum kommt aus dem Internet
aber auch im Zusammenhang mit der 
Schariapolizei gab es diesen Begriff schon
was soll man davon halten?
Die Polizei ist chronisch unterbesetzt
mit dem Zuzug von Ausländern, Migranten und
Flüchtlingen werden die Probleme größer
und das schon verharmlosend
zu denk…

2174/237 Uhu

im Laufe der Unterhaltung über
Rechtsanwälte und Prozesse
begann er irgendwann von sich zu erzählen
von seiner ersten Ehe
und dass diese natürlich schief gegangen sei
oder so ähnlich
er habe einen Anwalt gebraucht,
weil seine Frau ihn aus der Wohnung
geschmissen habe
sie habe behauptet,
er habe sie vergewaltigt
und hatte einen richterlichen Beschluss erwirkt
er schien mir nicht jemand zu sein,
der anderen Menschen Gewalt antut
geschweige denn
eine junge Frau zu vergewaltigen
jedenfalls musste er den Anwalt bezahlen
das war das Ausgangsthema
ob es nun stimmte oder nicht
der Vorwurf der Vergewaltigung klebt
an einem Mann wie klebriges Uhu,
das man nicht mehr los wird
er ist dann aus der Stadt dort fort gezogen
und hat einen neuen Anfang versucht

2173 Flüchtlinge

laut zdf-Umfrage ist das Thema "Flüchtlinge",
das Thema, dass die Deutschen am meisten 
bewegt
mich wundert das nicht
geht es doch um Hilfe, Abgeben, Teilen
aber auch um Belastung
Leid, Trauer, Krieg, Terror
Asyl ist ein heißes Thema
so heiß, dass einige Unterkünfte und Lager brennen
da kommt rassistischer Hass hoch
da gibt es Neid
da gibt es Mitleid mit Menschen aus Kriegsgebieten
Mitgefühl für Menschen, die vom Islamisten
verfolgt und unterdrückt wurden
Mitgefühl mit Menschen, die 4 Jahre auf der Flucht waren
Ablehnung für Menschen, die sich ein besseres Leben
in Deutschland wünschen
und Arbeitslosigkeit und Armut in Albanien
nicht länger ertragen wollen
Hunger, Armut, Elend, instabile Regime in Afrika
es gibt viele Gründe zu flüchten
und sein Heimatland und die Verwandten zu verlassen
sein Leben zu riskieren
irgendwo nach Jahren ohne Geld und traumatisiert
zu landen, in einer Massenunterkunft
oder in einer eignen Wohnung
mit ärztlicher Versorgung
Flüchtlinge sehen wir mehr auf der Straße
die Armut, …

2172/224 Libanon

und an der Bushaltestelle traf ich 
einen ehemaligen Asylbewerber
aus dem Libanon,
der nun schon 26 Jahre hier wohnt
sich selbständig gemacht hat
damals seine Frau in Syrien geheiratet
und dann nach Deutschland geholt hat
er war Ingenieur im Libanon
aber dann kam der Bürgerkrieg
ich hatte daran gedacht,
meinen ehemaligen Nachbarn zu fotografieren
für meine Ausstellung im Rathaus
aber das ist wohl schon zu lange her

2171/168 Lloydwerft

Die Lloydwerft hat laut NZ
ein paar fette Aufträge an der Angel
es geht um fünf Kreuzfahrtschiffe
das wäre cool,
das wäre geil
und sehr gut für Bremerhaven
für die Arbeiter der Lloydwerft
heute schreibt die NZ über Spekulationen,
dass die Investorengruppe hinter der Reederei
gleich die Werft mit übernehmen möchte
oder eine Mehrheitsbeteiligung
das muss man abwägen
das werden die Verantwortlichen abwägen,
wenn denn etwas dran ist

2170 Mimi Katzenstein

als die alte gebrechliche Mimi Katzenstein
an diesem regnerischen Morgen
aus der Tür ihres Hauses trat
spürte sie nicht nur ihr Alter,
ihre Schmerzen und ihre Einsamkeit,
sondern sie vermisste etwas,
dass sie nicht bestimmen konnte
es war etwas Vages
unbestimmbar und diffus
langsam ging sie hinunter zum grauen Meer
zwischen den Dünen sah sie schon
die Wolken, die langsam heller wurden
ihr Kopf war klarer geworden
und eine frische Brise Wind
wehte um ihre alte Nase
da lag der Sandstrand vor ihr
und sie freute sich und lächelte
vorsichtig nahm sie einen Atemzug
dann wurde ihr klar, was sie vermisste
es war das Gespräch mit ihrem Geliebten
mit Daniel Katzenstein
langsam schlurfte sie zum Wasser
hinterließ im Sand eine lange Spur
Tom Steenbruck beobachtete sie aus dem Cafe Kafka
das Treiben der alten Katzenstein
die er schon lange kannte und liebte
will sie sich umbringen, fragte er sich
und rannte zu ihr zum Wasser
die alte Katzenstein sah sich um 
erstaunt, erkennend, voller Freude
"oh, mein geliebter Katzenste…

2168/79 das verbrecherische Wesen der Faschisten

In Dresden werden Flüchtlingshelfer
von Faschisten angegriffen
Faschisten wollen verhindern,
dass Flüchtlinge aus Syrien,
die dem Krieg entkommen sind
traumatisiert
Schutz und Unterkunft bekommen
ein großes Zelt für 1200 Flüchtlinge 
wurde dort errichtet,
nun müssen Hundertschaften der Polizei
das Flüchtlingscamp vor Nazis schützen
in was für einer Welt lebe ich?
was ist das hier für ein Land?
an diesem Beispiel merkt man
die Menschenfeindlichkeit und den Rassismus
der Neonazis
das verbrecherische Wesen des Faschismus
konsequenter Widerstand ist angesagt

2167/76 Franzi

Franzi saß zusammengesunken
auf einem Holzstuhl vor der Baracke
sie schaute hinaus aufs Meer
sie hatten Regen, Wind und Unwetter angesagt
sie hatte schlecht geschlafen
sie war grübelig und dachte an ihre Mutter,
die auch so negativ gewesen war
die Rechnungen von diesem Büro dort
hatten ihr einen Mordsschreck eingejagt
sie hatte sich geärgert über die erhöhte Rechnung
die hatten doch damals auf Geld verzichtet,
weil sie den Chef kannte
Franzi versuchte an etwas Andres zu denken
Franzi redet mit sich
aber sie kam nicht zur Ruhe
ihre krankhafte Angst war stärker
sie ging im Kopf alle Möglichkeiten durch
immer wieder und immer wieder
sie hatte sich eine Anwältin genommen,
die ihr helfen sollte
die würde sich kümmern
zur Zeit war sie allerdings im Urlaub
naja, sagte sich Franzi
erstmal kommt die 1. Mahnung,
dann die zweite Mahnung
und gegen den Antrag auf Mahnbescheid
kann ich Widerspruch einlegen
das dauert
das dauert in Ungewissheit
Franzi wollte ihre Ruhe haben hier draußen
am Meer zwischen Sand und Wind
Franzi hatte…

2166/62 Gewitter

es hatte starkes Gewitter gegeben
Donnerschlag und Blitz hatten Mohammed
in der Nacht geängstigt
in seiner Fantasie hatte sich die Drohung
des Großmoguls zu einem Fegefeuer
entwickelt
Mohammed wusste, dass er zahlen musste
für seinen Fehler, für seine Abtrünnigkeit
aber in seiner Angst verlor er den Abstand
wachte gegen Morgen schwitzend auf
er hatte mit seinem Häuptling gesprochen,
der ihm helfen wollte
doch sein Häuptling hatte eine Reise angetreten
zu Verwandten nach Chita
er würde erst übernächste Woche wieder kommen
bis dahin stand Mohammed schutzlos da
die Drohung des Moguls würden weiter gehen
der würde versuchen ihn fertig zu machen
Mohammed wusste, dass er Ruhe bewahren musste
und Abstand
was konnte ihm schon wirklich passieren?
er würde zahlen müssen,
aber es würde nicht seine Existenz vernichten
und schon gar nicht sein Leben
wenn der Häuptling zurück wäre,
würde er sich schützend vor Mohammed stellen
bis dahin blieb er alleine und in Ungewissheit

2165/259 Wiedergeburt

als er im Garten am Morgen aufwachte,
war Wilhelm sofort klar,
dass etwas Schreckliches passiert sein musste,
nichts ging mehr mit seinen Armen
und wenn er aufstand
mühselig
und an sich herunter sah
erinnerte ihn das Bild an einen Pinguin
war das seine Wiedergeburt
als Pinguin?
wie ein Tölpel watschelte er durch den Garten
fiel hin, stand auf
und er hatte einen wahnsinnigen Appetit
auf Heringe
sprechen konnte er nicht
dann schlagartig fiel ihm wieder ein:
er hatte am Abend vorher versucht
vom Balkon im 1. Stock zu fliegen
war wohl schief gegangen
aber eine Verwandlung in einen Kaiserpinguin?
hatte er nicht immer davon geträumt
im nächsten Leben?

2164 Wyatt Earp

an diesem Tag waren die Revolverhelden
in Tombstone unterwegs Doc Holliday
und Wyatt Earp
die Stadt lag in Totenstille
selbst im Saloon rührte sich nichts
von Süden kam Doc Holliday breitbeinig
langsam heran
seine Hände dicht an den beiden schweren Revolvern
bereit jeder Zeit zu schießen
er hatte gerade eine Postkutsche ausgeraubt
und 8000 Dollar erbeutet
man verdächtigte ihn den Kutscher ermordet zu haben
man schreibt den 26.10.1881
sein Freund Wyatt Earp kam ihm zu Hilfe
von Norden kamen die Clanton-Brüder immer näher
angeblich um sich auszusprechen
Doc Holiday forderte die Clanton-Brüder
ihre Pfoten hoch zu nehmen
was sie dann angeblich auch taten
da aber ratterten die Revolver von Wyatt Earp
und Doc Holiday schon los...
einer von ihnen wurde später hinterrücks
aus dem Saloon erschossen
die als Marschalls aufgetreten waren
wurden sie von Mordanklage freigesprochen
damals in Tombstone...