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Es werden Posts vom August, 2016 angezeigt.

5056/1021

heute Nachmittag wurde nun 
das Baugrundstück Nr. 66 geräumt
morgen geht es mit dem Ausschachten los
und es gibt wieder etwas zu Fotografieren
ich bin also die nächsten Monate beschäftigt
was  will ich mehr?

5055/905

Stille Tage in Fischtown
Sommertag auf dem Balkon
alles ist gut
leg die Beine hoch
ich freue mich auf meinen Rückenkurs
morgen
wenn Julia nach Hause kommt
gehen wir spazieren
Fotopause bis Montag oder so
atmen

5053/843

bösartige Menschen bekommen
manchmal eher Gottes Strafe
als es man für möglich hält,
die Krebserkrankung des Ehemannes
oder die Herzerkrankung der Ehefrau
plötzlich ist dann Ruhe im Karton
und mancher beginnt dankbar zu sein
was ihm noch vom Leben geblieben ist




es muss den Feind
nur die richtige Krankheit erwischen,
oder seine Angehörigen
dann ist er beschäftigt
und gibt Ruhe
und irgendwann grüßt er wieder
aus Dankbarkeit,
dass es nette Menschen gibt

und bei Sonnenschein
und 24°C im Schatten auf dem Balkon
sitzen, sich ausruhen, genießen
und ein Buch lesen
von der Straße kommt der Verkehrslärm
und die Gedanken schweifen
in der Gegend herum

5050/824

und es war gut,
wenn sich Egon nicht meldete
erstmal nicht meldete
ein bisschen Abstand 
würde Egon und Edith gut tun
Edith wollte loslassen
und vergessen
und Abstand
bis zum nächsten Mal
und verzeihen
und verstehen

5049/767

was macht Hein Mück,
wenn er Besuch aus Bayern bekommt?
Er trifft sich mit ihnen in den Havenwelten
zeigt ihnen den Weserdeich,
die Marina und die Schiffergilde,
mit den Kindern geht er zum DSM
dort ist ein Kinderspielplatz
Mittagessen auf dem Klippfisch-Kutter
Fish & ships
oder sie sitzen beim Lloyds draußen
im Biergarten
falls einer der Bayern keinen Fisch mag
ahuja

5047/700

Sonntag mittag auf dem Lande
beim Mittagessen unterhält man sich
über die Gefahren der Digitalisierung
dass die Jugendlichen nur noch mit dem
Smartphone vor dem Gesicht herumlaufen
dass im Bus- und Flugverkehr alles auf
Email und Smartphones umgestellt ist
ohne Email-Adresse geht gar nichts mehr
du kommst nicht nach Mallorca
oder mit dem Bus nach Hamburg
und Digitalisierung bedeutet Rationalisierung
und Arbeitsplatzvernichtung

5046/567

Dienstag abends war van Grytter lustlos
Donnerstag abends nach der Arbeit
fühlte er sich erschöpft
und am Freitagabend wollte er noch seine Ruhe
keine Feier, keine Ansprache
einfach alle, ausgesaugt, ausgepresst
van Grytter war das peinlich
weil seine Freundin das nicht verstand
wir sind eingeladen, sagte sie
er aber wollte sich nur noch ausruhen


5045/81 Fernweh

und dann hatten wir überlegt
eine Busfahrt nach Amsterdam
zu machen mit der NZ für einen Tag
aber das ist eine so tolle Stadt,
dass man ein paar Tage braucht
also sparen und warten
Amsterdam kommt später
und Luise meinte,
was machen wir am 1. Oktober
fahren wir mit dem Flixbus nach Hamburg?
oder besuchen wir die Bremer?
oder fahren wir nach Blankenese?
oder mit der Fähre über die Elbe?
heute ist erstmal der 31. September
heute gibt es Geld
das Wetter wird kühler und
der  Herbst kommt näher
sie sagen heute bis 24°C an
das ist schön
wann sehen wir unseren Besuch aus Bayern?
und mein Projekt mit der Gemeinde?
erstmal loslassen

5044/74 stille Tage

es war ruhiger geworden 
im Leben des Professore Bugatti
sehr ruhig
sie lebten nun zurückgezogen
auf dem Lande im Irgendwo
vielleicht am Strand von St. Marie
vielleicht hatten sie auch eine Terrasse
in den Wald
der Professore liebte Spaziergänge
an diesem Tag wollte er zur Bank
und für seine Freundin Lotto abgeben
gegen Mittag würde ins Heim fahren
und seine Mutter besuchen
Mittagessen mit den alten Damen,
die er schon kannte
auf dem Grundstück unten im Dorf
tat sich gar nichts
Bugatti würde sein Buch lesen

5043/319 Amsterdam

gestern sahen wir einen Film
über die reiche Stadt Amsterdam
und dass dort im Mittelalter
viele Migranten aus allen Ländern
aus Deutschland hingegangen
geflüchtet sind
in der Hoffnung auf  Arbeit
und ein besseres Leben
wie sagte die Sprecherin
Handel mit offenen Grenzen
mit offenen Grenzen blüht der Handel
und der Wohlstand
das machte mich nachdenklich

und wieder steigen die Flüchtlingszahlen
Italien hat 7000 Menschen aus dem Mittelmeer
gefischt
wo soll das hinführen?
wer soll die aufnehmen?
was glaubst du wo diese Menschen hin wollen?
Deutschland
wir wollen keine Flüchtlinge mehr
macht die  Grenzen zu 
und sichert sie
es wird Zeit,
dass die Regierung mehr für Sicherheit
und Ordnung tut
mein Sicherheitsgefühl schwindet

5040/202 Apokalypse

vielleicht ist ja auch alles ein Untergangs-
Szenarium
die Umweltkatastrophe mit ihren 
Wetterauswirkungen
Hungerkatastrophen
die Flut der Ärmsten aus Afrika
die Flut der Verfolgten
die Flut der Verblendeten
jene, die glauben hier gäbe es alles umsonst
und wenn sie kommen
steht das Haus bereits
und der Mercedes vor der Tür
sie fliehen vor Hunger und Elend
wir aber müssen uns selbst retten,
sonst gehen wir bald unter
im Meer der muslimischen Eroberer
wir sind die Ungläubigen

5040/195 crazy world on fire

und es ist eine chaotische, kriegerische Welt
eine Welt voller Ungerechtigkeit und Hunger
eine kalte und brutale Welt
Professore Bugatti verstand die Welt nicht mehr
die Medien erzeugten den Eindruck
einer atomisierten Welt
einer Welt in tausend Bestandteilen
einer unverständlichen chaotischen Welt
und nur die Profis...
nichts passt zu nichts
nein, es ist schrecklich
und die Welt wird jeden Tag schlimmer
brutaler, kriegerischer
ich verstehe die Welt nicht mehr
ich verstehe auch die Bundesregierung nicht
und schon gar nicht Frau Merkel
heute ist auf Baustelle Nr. 66 nichts passiert
und beim Abrisshaus wird immer
noch entkernt
das dauert noch ein paar Tage
bis die Abrissbagger ihre Arbeit beginnen
der Baggerführer will mich anrufen
sagt er
vielleicht Montag
bei den Bremer Abrissunternehmen
arbeiten viele Litauer, Bulgaren usw

5038/172 Bremerhaven

in der ärmsten Stadt Deutschland
wandern mal eben 1000 Bulgaren
ein und kassieren Transferleistungen
der ARGE
einige Monate später wird enthüllt,
dass 1000 syrische Asylbewerber
und Ostdeutschland und sonstwo
zugewandert sind
ja, geht es noch?
das organisierte Verbrechen
wir danken Europa für die offenen Grenzen
wir danken Frau  Merkel,
die sich weigert die Grenzen zu schließen
und zu sichern
als Willi am Morgen zum Freund kam
um dort für ihn Ölwechsel zu machen
hatte er das falsche Öl besorgt
also fuhr Willi mit ihm los
das richtige Motoröl kaufen
da sagte der  Freund
ich habe mein Portemonaie vergessen
und Willi legte ihm das Geld aus
irgendwann wird Willi dann vielleicht
sagen:
ich fühle mich ausgenutzt
von meinen Freunden
ein Gemeindefest nur mit alten Leuten
eine Pastorin, die sich nicht unterhalten will
die  Hand gibt und wegguckt
und ein Kirchenfunktionär,
der ihn nicht beachtete
obwohl sie sich kannten
Chenster fragte sich,
ob  er nicht an der falschen Tür geklopft hatte
vielleicht suchte sie auch einen Grund
um das Projekt platzen zu lassen
vielleicht wollte sie ihn provozieren
das Projekt hinzuschmeißen
Chenster bekam Zweifel,
ob er mit diesen Menschen zusammen
arbeiten wollte und konnte
gestern Nachmittag fühlte sich der Wind
an wie Herbst
heute Morgen haben wir nur 15°C
eine Temperatur, die mir gefällt
vorbei mit der großen Hitze
wo man sich zuwenig bewegt

5031/35 Zickapuffmaschine

mit der Zicka-Puff-Maschine 
haben sie damals die Kopfsteine
ins Pflaster gepresst
Zicka-puff!!
heute gibt es kaum noch Kopfsteinpflaster
also brauchen die Bauarbeiter
auch keine Zickapuffmaschine mehr
zicka-puff!!!
als Junge habe ich gerne zugeschaut
wie der Arbeiter mit den beiden Händen
links und rechts die Zickapuffmaschine
gehalten hat

5030/298 Baustelle

heute soll es auch auf Baustelle Nr. 66
losgehen- erstmal abräumen
und nachmittags dann der Abriss auf Nr. 1
na, schauen wir mal
ich brauche Licht, Sonne
und eine gute Sicht
nicht, dass mir zwei Bagger die Sicht versperren
hünterm Zaun
ach, übrigens nicht nur in Warnemünde
gibt es Kreuzfahrtschiffe,
die abfahren, auch Bremerhaven hat einen
solchen Terminal den CCC
gestern war dort die "Mein Schiff 5"
es geht also seinen Gang
alles geht seinen Gang
fotografisch ausgebucht bis November

5029/247 Projekt

Fotos machen, Fotos machen
und wann fängt der Bagger an
eine Schneise in das Gebäude
zu schneiden?
das weiß keiner
fragen sie doch die Arbeiter
schließlich das Gespräch mit dem Baggerführer
der einen Bagger für 400.000 € fährt
27 Tonnen schwer
ja, meint er, wir haben noch einiges abzufahren
Morgen, Übermorgen
ich habe gesehen, dass der Wasserschlauch
schon auf dem Weg liegt
wir kriegen einen noch größeren Bagger
29 Tonnen, der kommt noch
also werde ich nun jeden Morgen
um 8 Uhr beim Abriss stehen
brav hinterm Zaun 
und darauf warten, dass die Giganten
anfangen am Altenheim zu knabbern
wenn ich Glück habe ruft mich Herr G.
auf dem Handy an- rechtzeitig
für die absoluten geilen Bülders
Staub,  Wasser, Dampf!!!



ein Anruf erreichte Henry
aus dem Irrenhaus
die halbe Abteilung ist krank
Adelheid hat es mit dem Rücken
der Kollege Dieter ist nach drei Wochen
wieder da, er hatte Herzflimmern
sein Onkel ist verstorben
die oben haben beschlossen, dass wir...
wir haben doch sowieso kein Personal
eine weitere Kollegin ist seit Monaten
krank Bornout , ob die wieder kommt?
alles liegt irgendwie darnieder
die Vorgesetzten werden gehasst
wegen Unfähigkeit 
es ist wie in der Hölle
man möchte nur noch weg

5025/86 Freundschaft

und wenn sie sich dann einmal
in der Woche zum Essen trafen
wollte Andre keine Probleme hören
er wollte das Zusammensein genießen
sich austauschen
aber keine persönlichen Probleme wälzen
die ihm auf den Magen schlugen
oder ihm die Verdauung verdarben
würde William das verstehen?

5024/304 Bauschild

die Nachbarn von Nr. 66 hatten
lange gewartet
nun sollte es wohl soweit sein
der Eigentümer  hatte seine Genehmigung
und feierte mit Freunden
auf dem ungeräumten Baugrundstück
seine Baugenehmigung
später stellte er das Bauschild auf
nach Ermittlungen des Detektivbüros
Meyer sollte es am Dienstag losgehen
Willi ließ sich überraschen

5023/180 Altes Haus

5022/162 Gemäuer

5020/ peters project

ich bin seit drei Jahren in Rente
und es gefällt mir sehr gut
immer noch
ich  habe mein Fotoprojekt Abriss
und ab Dienstag könnte noch 
ein zweites Projekt hinzu kommen
nämlich der Bau des Geschäftshauses Nr 66
das muss ich abwarten
und hat der Bagger schon angefangen
eine Schneise in das ehemalige Armenhaus
zu schneiden?
wir haben heute nichts Besonderes vor
zu Mittag haben wir Besuch
auch nächste Woche soll es noch warm werden
bis 26°C

5019/47 Sommer

der Sommer geht zu Ende
geht der heiße Sommer wirklich
zu Ende?
gestern die 23 Minuten auf dem
Crosstrainer haben meine Schultermuskulatur
gestärkt
ich habe immer noch den steifen Nacken
aber ich fühle mich besser
also wieder überwinden 
und sich quälen?
gemischtes Wetter bis 28°C
letzte Nacht hatten wir Gewitter und  Regen
atme
und ich lese weiter in 
Jeffrey Archer, Erbe und  Schicksal Band 3
die Tage sind wieder kürzer geworden
ich kann so abends besser einschlafen
und wache nicht morgens um 5 Uhr auf
schafft die Sommerzeit ab
ab morgen werde ich wieder den Abriss
fotografisch begleiten

5018/205 Freunde

der alte Freund hatte angerufen
sie hatten sich ausgesprochen
und nun war wieder alles gut
Jens musste sich angewöhnen
nervendes Verhalten anzusprechen
sofort
sie würden sich wieder treffen
übernächste Woche
zu zweit oder zu viert
man würde sehen

5016/144 Querulant

der junge Mann in der alten Villa
führte sich auf
als sei er der Abkömmling von Adeligen
dabei stotterte er am laufenden Band
und machte dabei merkwürdige Verrenkungen
das Zimmer in dem er wohnte
war verwahrlost und verdreckt
er weigerte sich, sich  zu waschen
und sich frische Sachen anzuziehen
mit im Raum saß der Anwalt
den das Gericht für ihn bestellt hatte
um sein  Vermögens zu verwalten
zusätzlich hatte das Gericht nun
einen weiteren Betreuer bestellt,
der Hauspflege organisieren sollte
aber der junge Mann namens Schulz
sträubte sich gegen einen weiteren Betreuer
und gegen Hauspflege
zunächst versuchte der Pflegedienst
es mit guten Worten aber Schulz
war nicht beizukommen
letztlich endete alles dahingehend,
dass Schulze gegen seinen Willen gewaschen wurde
ein Tatbestand, der dem Sozialarbeiter,
der den Aufgabenkreis Hauspflege vertrat
überhaupt nicht gefiel
die Hauspflege-Firma bekam eine Fixierungsgenehmigung
zeitlich sehr eng beschränkt
um Herr Schulze waschen zu können
meist hatte Schulze dann schon den Ko…

Egoman

manchmal braucht man Jahrzehnte
um einen Menschen zu durchschauen
um zu merken
wie wenig man ihm bedeutet
und wie sehr ein alter Freund
nur mit sich beschäftigt ist
sich nur um sich selbst dreht
kaum zuhören kann
und sich immer weniger engagiert

5014/32

bei Wellington kristallisierte sich immer mehr
eine neue Einstellung  heraus
mit dem Alter kamen auch die Einschränkungen
früher hatte er Sport gemacht
sich viel bewegt
dass ging nun plötzlich mit dem Knie schlecht
und seine Bedürfnisse hatten sich geändert
er wollte  nicht mehr soviel Trubel
in seinem Leben
Wellington war dankbar,
wenn es mal einen Tag ruhig blieb
er merkte immer mehr,
dass er sich in seinem Alter zurückziehen wollte,
dass er seine Ruhe brauchte
ein Buch  lesen, einen Spaziergang machen
für guten Schlaf sorgen

5011/168 Tante Kate

die faszinierendste Person allerdings
der Familie McLaughlin war Tante Kate
streng, gläubig, Krankenschwester aus Hamburg
hatte sie nicht nur die Großfamilie
finanziell unterstützt
sie war auch in ihren moralischen
und sexuellen Ansichten einsame Spitze
wenn einer der Jungs seinen Freund 
mitbrachte, von dem bekannt war,
dass er schwul war
dann schoss Tante Kate beim Abendessen
plötzlich unvermittelt die Frage ab:
nimmst du denn auch beim Sex den Samen
in den Mund?
Kate wusste nämlich,
dass man davon  bekloppt im Kopf wird
alle, alle hatten was zu lachen

5010/120 Großfamilie McLaughlin

für Willi war es schwer gewesen
sich mit dieser großen Familie anzufreunden
die Frau, die er liebte
gab es nur im Sechserpack
was sollte er tun?
und das Leben auf dem Land war ihm fremd
da saßen beim Abendbrot nicht zwei Menschen,
sondern sieben manchmal acht Personen
auch ein Neffe ging noch ein und aus
und den Nachbarsjungen Olaf hatte man
nebenbei großgezogen
sozusagen
es war laut, es wurde viel geredet
und mancher war nicht seine Kragenweite
was tun?
mit seiner Freundin Micki hatte er plötzlich
eine große Familie von achtzehn Personen
am Hals und mit zu tun

5009/109 auf dem Land

das Leben auf dem Land ist anders
auch wenn Vater Vertriebener war,
den es nach dem Krieg 
in dieses Dorf verschlug
ein Mann, eine Frau, zwei Schwestern
und sechs Kinder unter einem Dach
als William Familie McLaughlin kennenlernte
war der Vater schon tot
und das bedauerte William
denn den hätte er gerne kennengelernt
ein Mann, der sich mittags hinlegte
und Mittagsschlaf hielt
und ein Mann, der es mit  dem Magen
hatte, ab und zu
auf einem Kalenderbild konnte Willi ihn sehen
wie er auf dem Feld stand mit den Kindern
beim Schweine schlachten hinterm  Haus
und bis vor ein paar Jahren wurde noch
geschlachtet,
Die Familie  hatte Schweine im Stall,
die wurden einmal im Jahr geschlachtet

5008/106 an Autos schrauben

und später auf dem Hof
zwischen Öl und Fett
schraubten die Jungs an den Autos
BMW, Mercedes...
und Klaus und Kalle
Tante Kate aber hatte das  Haus
bezahlt
ihr zollten die Kinder Respekt
nicht deshalb,
sondern weil sie immer geradeaus war
verschimpft von der Schwester
bewundert von den Kindern
und von ihr stammten die schärften Sprüche
die noch heute auf Feiern zitiert wurden
Tante Käthe, die Krankenschwester
die wohl nie etwas mit Männern  hatte
aber genau Bescheid wusste

5007 große Familie

bei den McLaughlin hatte man das Gefühl,
dass sie arm gewesen sein mussten
und das stritt wohl auch keiner ab
aber sie hatten zusammen gehalten
sie hatten gemeinsam Schönes erlebt
in ihrer Kindheit
beim Schweine hüten
bei der Gartenarbeit
Evelin liebte noch heute kleine Ferkel
und sie hatten ihre Mutter geliebt
der Mittelpunkt der Familie
und immer wollte sie Besuch
alt und grau wie sie war
und wenn die Bude dann voll war
fand man Mutter in der Küche
und immer hielten sie zusammen
und immer liebten sie Geselligkeit
und das Haus stand offen
für Freunde
und manchmal dröhnte aus dem 1. Stock
Evelins Musik aus großen Boxen
I-a-gadda-da-vida

5006/73 Mac Laughlin

Es war einmal eine Familie,
die wohnte am Bahndamm
und es war eine große Familie
mit sechs Kindern, Gemüsegarten,
Enten und Schweinen
1960 bauten sie ihr Haus
am Bahndamm
als William die Familie MacJohn
kennenlernte
waren die Kinder schon groß
und zwei Mädchen aus dem Haus
und verheiratet
bei Familienfeiern wurde William
von der Masse der Menschen,
den beiden Tanten, den vielen Kindern
und Enkeln erdrückt
und heute wenn einer auf einer Feier
aufsteht und unter Weineinfluss
alte Geschichten von damals erzählt
wie sie mit 120 km/h durchs Dorf rasten
oder auf dem Hof an alten Autos bastelten
dann kommt das Gefühl auf,
dass sie eine schöne Kindheit hatten

5004/54 Meditation

und auch an diesem Morgen
hatte der Meister keine Lust
sich hinzusetzen und zu  meditieren
was brachte das schon?
reichte es nicht ein Nickerchen zu machen
reichte nicht Inemuri?
dann erinnerte er sich
dass die Morgen ohne Meditation
anders verlaufen waren
der Meister hatte sich ohne Meditation
anders gefühlt
dünnhäutiger

5003 Kontrolle

du musst keine Angst  haben
Walther,
heute passiert nichts
es wird einfach nur ein schöner Tag
hörst du?
ein schöner Tag mit Sonne
wir machen uns einen schönen Tag
wir genießen das Zusammensein
und wir sind dankbar,
dass wir uns haben
Jenny lächelte ihn an
wir lassen uns treiben
tun wozu wir Lust haben
Walther schaute sie an
und er wusste,
dass sie Recht hatte
sie war so klug
und Walther versuchte loszulassen
sich gehen zu lassen
er spürte seinen Atem
und er spürte sich

5002/53 beten

irgendwo im Getümmel
der blauen und grünen Tage
war Jimmy der Buddhismus abhanden
gekommen
wohl war er noch achtsam
oder er bemühte sich
aber der ganze andere Gedöns
war ihm Wurscht
und an roten Tagen beobachtete er sich
Jimmy, der Reiter auf dem blauen Pferd
der Kämpfer gegen den Faschismus
wie er betete
auf der Suche nach Gott
so stand Jimmy, the Kid neben sich
auf der Suche nach einem Kompass
und Jimmy erinnerte sich an seine Jugendzeit
als er den Kontakt zu Gott hatte
und er fragte sich warum
es würde wieder ein warmer blauer Tag werden
und Jimmy the Nacken freute sich


5001/44 Norderney

der Professore träumte von der Toskana
er träumte vom Gardasee
und sie hatten überlegt
wie sie es finanzierten
und sie hatten überlegt
wie sie hin kamen
aber dann merkte der Professore
dass er nicht mehr fliegen wollte
wegen der Aufregung
dass er nicht zehn Stunden im Bus
eingequetscht sitzen wollte
und ihm war es zu stressig und
zu aufregend lange Autofahren zu machen
dann spannte sich der Nacken
dann schlief er schlecht
dann war er einfach zu aufgeregt
also sagte er zu Josepha
ich vertrage diese Aufregung
und diesen Reisestress nicht mehr
und schließlich einigten sie sich
auf die Nordsee-Inseln
Norderney ist doch auch schön

5000/301 weites Land

und es ist schön
keine Termine zu haben
wie in einem weiten Land zu leben
in einem friedlichen Land am Meer
und irgendwo braust das Wasser
und irgendwo höre ich Wind
ich bin nicht allein
es ist ein schönes Land voller Träume
es ist mein Land der Weite
der grünen Wiesen und Kühe
und  als Hausmann bin ich unterwegs
treffe Leute und gehe spazieren
nachmittags fahre ich zum Altenheim
zuschauen wie sie den Abriss machen
es ist ein schönes Leben
ohne Lohnarbeit
und ich freue mich auf die Arbeit
mit der evangelischen Gemeinde

4999/195 Noah

da war dieser heiße Tag gewesen
und vor der Haustür traf Noah
die Eigentümerin, die einmal,
zweimal im Jahr aus Bayern rauf kam
er hatte in den Jahren noch nie
mit ihr gesprochen
er schätzte sie als Rentnerin ein
mit dieser chicen bunten Brille
eine kleine zarte Frau mit Hund
sie sprachen über das heiße Wetter
sie erzählte vom Starkregen in Bayern
und Noah fand, dass sie ein schönes Gesicht
hatte, diese ältere Frau
eine wirklich nette Frau
dann ging er sein Rad in die Garage bringen
und freute sich bei der Hitze
auf den Balkon und sein Buch
es war ein Ausstellungskatalog über
Julie Wolfthorn, eine jüdische Malerin
1864-1942
die 1942 in Theresienstadt verstarb
Die Ausstellung dauert noch bis Oktober
in Ferch und heißt
"Der Mythos von Ferch- das Paradies auf Erden"
und Noah wusste nicht, was er davon halten sollte
der Malstil war nicht sein Ding
zu naturalistisch, zu blasse Bilder
zuwenig ausdrucksstark und unpolitisch
naja

4998/181 heiß

es ist zu heiß heute
zu heiß für alles
man kann nur auf dem Balkon sitzen
und etwas Kaltes trinken
oder ein Buch lesen
morgen Freitag bis 30°C nochmal
Samstag bis 24°C
ach, übrigens wird ein Artikel
über unsere Fotoaustellung über Flüchtlinge
in der Zeitschrift "Pariskop" erscheinen

4997/134 Ruhe

und als Leslie M.
nach Hause kam
mauerte sie die Mauern dicker
noch dicker
es blieb fast kein Raum zum atmen
mach die Mauern höher
mach die Mauern dicker
und lass mich in Ruhe
bis nachher
Leslie Marton...
saß auf dem Balkon, auf der Terrasse
mit Blick ins Grüne,  aufs Meer
und sie schaute in die Weite
auf die Nordsee mit weißen Wellen
und die Lachmöwen schrien
Leslie Mallton liebte es
ihre Ruhe zu haben
und sie genoss es

Ungerechtigkeit

manchmal muss man knallhart sein
wenn die Wut  hoch kommt
wegen der Ungerechtigkeit
an diesem Morgen saß dort oben
ein uninteressierter Richter
und auf der anderen Seite
einer, den  nur Geld interessiert
und auf der anderen Seite die Guten
Tom und sein Anwalt
später wieder zurück in St. Marie de la Mer
dachte Tom
zieh die Burgbrücke hoch
und drüben standen die Arbeiter auf dem Grundstück
des Dr. med Braun und vermaßen die Höhenunterschiede
hier und dort muss noch Sand aufgeschüttet werden


Barbarei

als Hitlers Armeen in einem blutigen
Blitzkrieg die Sowjetunion 
bis Moskau und Leningrad überrannten
lagen schon Pläne in der Schublade
wie man den jüdischen Bolschewismus
ausrotten wollte
bis zum Ural sollte eine Getreide- und Rohstoff-
kammer entstehen
die vorhandene Bevölkerung sollte dezimiert
werden als Arbeitssklaven
die mal gerade rechnen und ihren Namen
schreiben können
30- 50 Millionen sollten ermordet werden
wenn Hitler gesiegt hätte...
und das Gebiet sollte von Deutschen 
besiedelt werden oder zersiedelt

4994/ Abriss

in  der nächsten Zeit werde ich
wohl Nachmittags unterwegs sein
ich werde beim Abriss des Armenhauses
dabei sein
noch holen sie nur Mobiliar raus
es werden die alten Fenstern entfernt
und entsorgt
Container für Container wird abgefahren
aber schon  bald werden sie eine Schneise
quer durch das Gebäude schneiden
damit sich der Bagger dort
von rechts  nach links vorarbeiten kann
ganz oben fängt er an zu knabbern
und ich mache Fotos

4993/498 Gerichtstermin

bewahre die Ruhe,
dachte Jimmy,
und er hatte gut geschlafen
ein gutes Zeichen
und er dachte an den Gerichtstermin
dann würde endlich Ruhe sein
Jimmy hoffte,
dass sein Anwalt die Sache schaukeln würde
er  konnte sich entspannen
und anderen die Arbeit überlassen
ich bin im Recht
ich habe nichts falsches getan
vielleicht dem Falschen vertraut
und Jimmy konzentrierte sich auf seine Atmung
und Jimmy atmete und lächelte
wir werden gewinnen

4992/345 Friedo

über meinen alten Freund Friedo
hat auch noch keiner geschrieben
er wohnte zwei Häuser weiter
und ging zur Sonderschule
wir spielten zusammen
das war kein Problem
und ich erinnere mich nicht
was wir spielten
irgendwie erinnere ich mich
an seine Mutter
die Familie wohnte auch ganz oben
im vierten Stock
und die Mutter freute sich,
dass wir uns gut verstanden
wo Friedo geblieben ist 
weiß ich nicht
vielleicht sind sie weggezogen
irgendwann vor 1970
was macht Friedo wohl?
wie hieß er mit Nachnamen?

4991/301 Syrien

Der Krieg in Syrien ist sehr kompliziert
inzwischen mischen sogar die Chinesen mit
auf Seiten Assads
wenn man sputniknews glauben will
gibt es eine Militärachse
Syrien, Russland, Iran, Türkei?
auf der anderen Seite die USA und
Verbündete im Bündnis mit demokratischen
und kurdischen Gruppen
doch wer will was?
wem kann man noch glauben?
vom Kampf der USA gegen den IS
hört man gar nichts mehr
dafür brüsten sich andere wie die Türkei
angeblich den IS zu bekämpfen
vielleicht meinen sie auch nur die Kurden
gegen die Kurden sind sie sich schnell einig
und die Unterstützung der USA
ist auch nur Taktik, man braucht sie grade mal
die USA halten sich bedeckt
sie wurden nicht von der syrischen Führung eingeladen
die Russen spielen ihre völkermordende Karte
gerne aus- macht Aleppo platt- kein Problem
die Russen spielen ein ganz übles Spiel in Syrien
möge es die Welt nie vergessen
und die Politik der Türkei wird  auch immer
aggressiver, unberechenbarer und unkalkulierbarer
die Türkei entfernt sich immer mehr von Europa
sehr w…

4990/296 lieber Gott

Lieber Gott,

ich halte sonst nichts vom Beten
aber heute muss es mal sein
sowie gestern
Lieber Gott,
mach Swenja  wieder gesund,
mach dass Tjitske gesund bleibt
und lieber Gott,
schenk mir Ruhe und Kraft
für den Termin morgen
gib mir Ruhe und Bewusstsein
Lieber Gott,
danke
und mach, dass es Christiane
und Patrick gut geht
dass sie mich nicht ganz vergessen

4989/283 Julie Wolfthorn

wie aber wenn nun
die junge schüchtern Physiotherapeutin
in Wirklichkeit Julie Wolfthorn gewesen
war
sozusagen die Wiedergeburt
so nennen das die Buddhisten
Julie Wolfthorn kehrt wieder 
als junge Physiotherapeutin Judith
ich hätte sie nach ihren Bildern
fragen sollen
aber ich  habe Glück
ich habe den Katalog von Helmut
über die Ausstellung
und seltsam rührt mich an,
dass sie im KZ Theresienstadt 
verstorben ist
sie schreiben nicht ermordet
oder getötet, nicht vergast
einfach nur gestorben
das ist seltsam
sie  hat noch im KZ gezeichnet
es gibt eine Ausstellung in Ferch

4988/261 Rudi

Rudi Gawlitzek
arbeitete auf einer Werft
nebenbei oder schwarz
stellte er aus Messingrohr
lange rohrartige Spardosen her,
die er an dann an Nachbarn verschenkte
wenn er mit seinem Mofa nach Hause kam
war er oft nicht nüchtern
an diesem Nachmittag war er nervös
wohl wegen dem Gerichtstermin morgen
und hatte einen Kaffee zuviel getrunken
Rudi wusste,
dass er nichts zu befürchten hatte
er war im Recht
und hatte eine gute Anwältin
wenn der Richter auch noch gerecht war
konnte nicht mehr viel schief gehen
Rudi Gawlizek
über den hat noch keiner was geschrieben
der wohnte nebenan in Nr. 17 und
er lebte wirklich
wo ist eigentlich die Spartrommel aus Messing?
Tommy wusste es nicht genau
sie  hatten Hitze angesagt
in Gischtown bis 28°C
am Morgen war er zur Post gewesen
danach mit dem Radel zur Massage
hatte Judith kennengelernt
eine neugierige, interessierte Physiotherapeutin
später potofierte er ein Kunsthaus
im Abriss
Hundertwasser sollte hier mal gelebt
und gewirkt haben oder
auch nicht
leere Fenster, alte Fassaden
und in der Post ein Katalog
Julie Wolfthorn
Der Mythos von Ferch- das Paradies auf Erden
ein Brieffreund hatte ihm den Kunstkatalog
geschickt
vom Museum der Havelländischen Malerkolonie
Juli Wolfthorn * 1864- 1944
sie soll im KZ Theresienstadt verstorben sein
Juli Wolfthorn war  Jüdin und Malerin

Kunsthaus Fischtown

4987/247 beim Chinesen

beim Chinesen ist es immer schön
dieses Mal saßen dort zwei Frauen
und es lag ein Hund unterm Tisch
und die ganze Zeit
währenddessen William R. aß
hörte man den Hund 
wie eine schnabbelnde Ente unterm Tisch
nerven
ein verhaltensgestörter Hund
und die Herrin sagte kein Wort
die Mutter gegenüber meinte ab und zu
"Oskar"
und William dachte daran,
den Hund auszupeitschen
oder in den Wagen zu sperren
vielleicht   hätte die Hundebesitzerin
die Prügel haben müssen

4984/118 Augen

Jimmys Nachbarin erzählte
dass sie auf ihrem Auge
manchmal diese Wellen sah
auch bei geschlossenen Augen
und nun hatte sie sich entschlossen
an diesem Morgen zum Arzt zu gehen
kommen Sie zu acht Uhr
wir haben zwei neue Ärztinnen
ja, dachte sie
meldete sich beim Arbeitgeber krank
wartete darauf,
dass man ihr Augentropfen einträufelte
k.o. Tropfen
nix telefonieren mit Handy
du nun hilflos

4983/100 Lektionen

es war keine leichte Zeit
für Tom zurecht zu kommen
zu lernen
was andere schon konnten
sich etwas zuzutrauen
das tun wozu man Lust hat
seine eigenen Ideen entwickeln
den eigenen Weg gehen
herausfinden was man will
was man wirklich will
irgendwann lief das Leben nicht mehr
immer grade aus
als galt Lektionen zu lernen
es galt schmerzhafte Lektionen zu lernen
einmal, zweimal
Abschied hinzunehmen
loszulassen 
Tom war mitgelaufen
er hatte getan was getan werden musste
oder was er glaubte
schließlich die schmerzhafte Erkenntnis
dass die Dinge anders lagen

4982/92 langsam mit Gefühl

in jungen Jahren hatte Saskia
schnell gesprochen
sie war auf der Flucht gewesen
alles ging über den Kopf
im Rahmen einer Selbsterfahrungsgruppe
hatte sie gelernt
auf ihre Körpersignale zu achten
sich auf ihren Bauch zu verlassen
lass den anderen ausreden
du bist jetzt nicht dran
hör einfach mal zu
sie hatte gelernt zu kommunizieren
sich zu  bewegen
später in der Einzeltherapie
hatte Saskia mit 37 Jahren immer
noch gehetzt gesprochen
und der Therapeut hatte ihr Leid getan
später
Saskia hatte Entspannungsübungen
und die Langsamkeit entdeckt
sie hatte geübt langsamer zu werden
sich Zeit zu nehmen
Pausen zu machen
gut für sich zu sorgen
und immer meditativ zu sein
so entwickelte sie Langsamkeit für sich
sie lernte sich wahrzunehmen
und das Leben zu genießen
achtsam zu sein

4981/333 Fritz

als der alte Fritz früh morgens aufstand
war er verkatert, sah negativ auf den Tag
und erwartete nichts Gutes
der Termin im 10 Uhr störte ihn
lieber wollte er alles laufen lassen
sie hatten schönes Wetter angesagt
und es würde heiß werden in Fischtown
am liebsten wäre er Fahrrad gefahren
einfach so los
vielleicht sollte er das Postamt verschieben?
er hatte wieder nichts im Griff
gierig griff er nach dem Kaffee
dann begann er mit seinen Streckübungen
er musste lächeln
denn am Nachmittag konnte er wieder
auf dem Balkon in der Sonne sitzen
mit seinem Buch
Fritz Pommes atmete durch
es würde alles gut werden
auch der Gerichtstermin Morgen
der Gegner hatte keine Chance
alles geht seinen Gang
in den nächsten Wochen und Monaten
werde ich den Abriss
des Armenhauses begleiten
vielleicht drei Monate lang
parallel könnte sich bei Nr. 83
etwas entwickeln
und im November geht dann
das Fotoprojekt sozusagen Nachbarn
los- mit Glück
zunächst aber feiern wir fünf Tage
einen heißen Sommer in Fischtown

4979/259 dankbarer Rentner

und einen Augenblick lang
dachte Will mittags,
dass schon lange keiner mehr
von der Arbeit angerufen hatte
von wegen Zwangsunterbringung
oder wie sieht es mit dem Nachlass
aus- die Erben stehen hier
dann fiel Will ein,
dass er seit drei Jahren in Rente war
und das war gut so
das gefiel ihm sehr gut
er war dankbar und wusste es zu schätzen
am Morgen war er bei seiner Zahnärztin gewesen
während der Arbeitszeit
mittags hatte er im Cafe K. Fisch gegessen
Backfisch (Rotbarsch) mit Kartoffelsalat
nachmittags dann war er auf der Pirsch
mit seiner Kamera

4978/250 Hundertwasser oder so

auf den Spuren von Hundertwasser

4977/185 gebetet

in den letzten Tagen hatte Meta
viel an die junge Freundin von Jürgen
gedacht
und sie betete
Lieber Gott, mach, dass Sina wieder
gesund wird
mach, dass die Ärzte ihren MS-Schub stoppen
mach, dass sie wieder sehen kann
und gib ihr die Gesundheit zurück
lass Jürgen und Sina glücklich sein,
mach, dass sie in die USA fliegen können
und sich ihren Traum erfüllen können
und Meta dachte leise
und lass Sina zur Ruhe kommen
und weniger ehrgeizig sein
Jerry dachte, sie ist im Krankenhaus
dann öffnete sie doch überraschend
und sie sah klöterig aus
blass und er fragte wie gehts
und sie sagte
mein Nasenbluten  haben sie nicht
in den Griff bekommen
ja, sie muss Blut  verdünnende Mittel
nehmen wegen dem schwachen Herzen
Jerry gab ihr die Zeitung
und ging in seine Wohnung

4975/75 crazy

als die alte Staudenmeier
an diesem grauen Morgen aufstand
fehlte ihr etwas 
sie hatte keine Nackenschmerzen
die rechte Hand tat nicht weh
der rechte Fuß tat nicht weh
und die linke Seite spürte sie normal
irgendwie war sie irritiert
bin das ich?, fragte sie sich besorgt
als sie vor dem Spiegel stand
erkannte sie sich selbst nicht wieder
wo waren ihre 67 Jahre geblieben?
dann begann sie zu beten:
lieber Gott, gib mir mein Leben zurück

4973/69 Gilmore fliegt

Gilmore stand am Abgrund des Grand Canyon
er schaute in die Tiefe
und ihm wurde schwindelig
die gewaltige Flusslandschaft beeindruckte
ihn zutiefst
für dieses Fotoprojekt hatte er gespart
seit Jahren
nun war er hier um zu beginnen
seine Kameraausrüstung lag neben ihm
er freute sich auf das fotografieren
da breitete er plötzlich die Arme aus
und flog davon
flog davon aus seinem Leben
und über dem Canon begann er zu lachen
leise flog er dahin
ein leichter Windzug
jeden Morgen gibt es viel zu lachen,
wenn die Meteorologen sich treffen
zur Dienstbesprechung
sie lachen über die Naivität der Menschen
über die Gutgläubigkeit
und über ihre Prognosen,
die sie selbst nicht glauben
für sie ist das nur ein Scherz
und einer meinte:
warum glauben die uns nur
wir können doch gar nicht voraussagen
hiihihih

4971/65 Gebet

und am Abend im Bett
hatte Klaus gebetet
dafür, dass Margret Glück hatte
und  dass die neue Medikation
aus den USA bei ihr anschlug
gegen MS und  ihre Sehstörungen
und sie alle bangten um das junge Glück
wünschten Margret und Manfred Glück
sie war doch noch so jung
so eine hübsche  Frau

4968/313 meine Fotoausstellungen

- Fotoausstellung Nr. 1 Bau des Geschäftshauses
   des Betreuungsvereins Bremerhaven Stedinger Str. 2
- Marie-von-Seggern-Heim "35 SW-Porträts von
   Bewohnerinnnen" Leben so wie ich es will
   21. März 2016
- Die Villa "Mit allen Sinnen" 24 SW-Fotos aus 
   der Arbeit der Villa , Vieländer Weg
- Fest der Kulturen in Bederkesa 18. September 2015
  9 SW-Fotos von Flüchtlingen
- Personalgalerie in der Jugendhilfestation des Pari
  -Fotoausstellung im Rathaus Langen
  19 großformatige SW-Fotos von Flüchtlingen
  15. 11.2015
- "Bremerhaven im Wandel" Fotogalerie im MvS-Heim
   Januar 2016
-  Pari Jugendzentrum Bederkesa Sommerfest
   36 großformatige SW-Fotos von Flüchtlingen
   mit Interviewtexten
-  in Planung: Foto-CD über den Abriss des alten
   Marie-von-Segger-Heimes
-  Foto-CD über den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses
- Fotoausstellung in Zusammenarbeit mit einer ev. Gemeinde
   Thema "Sozusagen Nachbarn" Fotos und Interviews
  über Frauen, Migranten, Personen d…

4967/268 Egoman

der eine ist von der Rolle
seitdem er in Rente ist
und schimpft auf das Wetter
und will flüchten
und hält sich nicht aus
der andere genießt seinen Ruhestand
studiert weiter den Buddhismus
fährt zu Kunstausstellungen
und besucht Warnemünde
und kann sich beschäftigen
und ich?
ich genießen jeden Tag ohne Arbeit
habe zu tun, treibe meine Fotoprojekte voran
lese mehr als früher
mache meine Spaziergänge
bin Hausmann
besuche meine Mutter
treffen mich mit meinem vietnamesischen Freund
und ich  habe genug zu tun
und bin zufrieden

4966/215

sie hatte den Termin verschoben
und als wir uns wieder trafen
erzählte sie mit erstaunlicher Offenheit
dass sie zur Diopsie war
und dass man bei der Mammographie
einen Schatten entdeckt hatte
nun wartete Joan auf das Ergebnis
und einen Termin
sie musste mir das nicht erzählen
wir kannten uns ja kaum
ich spürte die Ungewissheit
in der sie lebte
und ich wünschte ihr Gesundheit 
zum Abschied
welche Frau möchte schon eine Brust
verlieren und  sich unattraktiv fühlen
und sie war mal eine sehr attraktive Frau

4964/176

und Jeremias jammer nicht
über Nackenschmerzen,
wenn du dir zuviel auflädst
und zuviel am PC sitzt
Jeremias Baumwolle grinste
wieder erwischt
sitzt grade und leg die Beine hoch
Inemuri
die Augen schließen und dösen
das ist was die Japaner gerne tun
die kleine Dösepause

4963/162

Freitag bin ich bei der Ev. Gemeinde
in Cadenberge wegen der Ausstellung
junge Flüchtlinge in Geestland
morgen Nachmittag werde ich wohl
nach dem Abriss des Pflegeheimes schauen
und am 30. August beginnt der Bau
des Wohn- und Geschäftshauses Nr. 83
ich muss aufpassen,
dass mir das nicht zuviel wird
es ist mir zuviel
das  Kirchenprojekt "Nachbarn"
wird hoffentlich erst Ende Oktober
Anfang November starten

4962/

wenn einer überlaut in den Türöffner
Post brüllt
nicht Guten Morgen sagen kann
mich nicht anschaut
unaufmerksam und unachtsam ist
bekommt er auch kein Trinkgeld
auch wenn es ein Ausländer
von dhl ist
die Verrohung der Sitten
unterstütze ich nicht

4960/68

seit Jahren wartet Julie darauf,
dass sich Gott bei ihr meldet
aber er ruft nicht an
er spricht nicht mit ihr
er hat ihr nichts zu sagen
Leere
Stille
Julie wünscht sich ihn zu finden
doch wo soll sie suchen?
Julie atmet ruhig und fragt sich,
ob das Gespräch mit Gott
ihr helfen würde
hat sie sich zu bedanken
bei ihm?